Heute hatte ich wieder einen Vortrag mit den Yoga-Schülern und ich habe hauptsächlich über das dritte Chakra gesprochen, aber auch über ihre Yogalehrer-Ausbildung, über ihren Wunsch, Lehrer zu werden. Ich freue mich sehr über ihre Entscheidung, Yoga in ihrem Leben zu akzeptieren und es auch an andere weiterzugeben. Sie werden Lehrer sein, also habe ich mit ihnen über meine Vorstellung gesprochen, wie ein Lehrer sein sollte und welche Art von Verbindung Lehrer und Schüler haben sollten.
In alten Zeiten wurde das hier Gurukul genannt. ‘Guru’ kennt ihr, ein Lehrer. ‚Kul‘ bedeutet Familie. Also ist ein Gurukul die Familie des Guru, es ist der Ort, an dem der Lehrer und seine Schüler zusammen leben. Könige haben ihre Söhne mit einem bestimmten Alter in ein Gurukul geschickt, damit sie dort lernen können. Die Schüler lernten und lebten dort, wie hier in unserem Ashram, fühlten sich wie eine Familie und sahen den Guru und seine Ehefrau als ihre Eltern an. Sogar die Prinzen waren in der Zeit einfach mit den anderen Studenten zusammen. Die Lehrer haben alle als ihre Söhne angesehen. Sie haben sie als ihre Familie gesehen. Das war die Art, wie sie ihre Verbindung geschaffen haben.
Ich habe schon einmal erzählt, wie ich die Situation von Lehrern im Westen erlebe. Es gibt so viele Lehrer, die ihren Beruf nicht mehr mögen, weil die Schüler sie nicht respektieren. Die Schüler denken, sie zahlen den Lehrer, also muss er da sein und sie unterrichten. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Lehrer, die überhaupt nicht mit Liebe lehren. Ich habe einen großen Respekt vor meinen Lehrern. Wenn ich meinen Grundschullehrer hier auf der Straße treffe, könnte ich nicht an ihm vorbeigehen, ohne ihn zu grüßen. Da ist so viel Respekt und auch Dankbarkeit. Die Beziehung zwischen einem Lehrer und seinen Schülern ist eine lebenslange Verbindung.
Wir sagen Vidyadan, das bedeutet ‚der, der Wissen spendet‘. Es ist eine wundervolle Spende: Wissen. Viele Menschen können dir Geld, Essen oder Kleidung geben, aber Wissen? Nicht jeder kann dir das geben. Darum sind die Schüler dankbar. Aber wenn da kein Gefühl ist, wenn die Verbindung nur eine Frage von Geld und Stunden ist, was für eine Beziehung ist das dann?
Ich hoffe, dass diese Yogaschüler, die Lehrer werden wollen und diese wundervolle Wissenschaft der Liebe und Spiritualität lehren wollen, eine nahe Verbindung mit ihren Schülern schaffen. Eine Beziehung der Liebe und des Respekts, wie es sein wollte, wenn man jemandem helfen will, Yoga in das Leben zu integrieren. Meiner Meinung nach sollten Lehrer und Schüler eine Familien-Verbindung schaffen. Sie müssen einander nahe stehen.
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