Korruption verhindert den Anstieg der Alphabetisierungsrate in Indien – 16 Feb 11

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Gestern habe ich bereits begonnen zu erklären, warum die Zahl der Analphabeten in vielen Staaten Indiens so hoch ist, zum Beispiel in unserem Staat, Uttar Pradesh. Heute möchte ich etwas mehr über die Gründe schreiben.

Ich habe bereits erklärt, dass Leute in manchen Staaten, besonders in ländlichen Gegenden, außer Arbeit auf einer Farm, kaum Chancen auf eine Arbeitsstelle haben, selbst wenn sie eine höhere Bildung genossen haben. Das lässt natürlich viele am Sinn eines Studiums und des Schulbesuchs zweifeln. In Gegenden, in denen die Wirtschaft nicht stark genug ist, um andere Arbeitsplätze zu schaffen, bleibt eine Anstellung vom Staat die einzige Möglichkeit. Viele örtliche Regierungen sind jedoch durch und durch korrupt, was bedeutet, dass man jemanden bestechen muss, um dort Arbeit zu bekommen. Wenn man jedoch arm ist und nicht das Geld hast, jemanden zu bestechen, bekommst du solche Stellen nicht. Besonders die Armen bräuchten jedoch die Aussicht auf eine gute Arbeitsstelle als Ansporn für ein Studium.

Korruption ist ein großes Problem, auch im Bildungswesen. Die Regierung Indiens führte vor Kurzem eine Kampagne mit dem Namen ‚Bildung für Alle‘ durch, um die Bildung armer Kinder zu fördern. Sie haben Bücher in jeden Regierunsbezirk und in jede Stadt geschickt, die dann weiter an Staatsschulen verteilt werden sollten und dort kostenlos an arme Schüler weitergegeben werden sollten. Kinder, deren Familien zu arm sind, um Bücher für das Schuljahr zu kaufen, sollten nicht nur aus diesem Grund von der Schule abgehen. Die Bildungsabteilung der Stadtregierung von Mainpuri, U.P, nicht sehr weit von uns, hatte jedoch eine andere Idee: sie ließen einfach einen örtlichen Trödler kommen, wogen die Bücher-kisten ab und verkauften ihm das Papier nach Gewicht, ohne sogar die Verpackung geöffnet zu haben, und steckten das Geld in ihre eigenen Taschen. In unseren örtlichen Zeitungen konnten wir lesen, dass jemand anonym die höheren Beamten des Bezirks informiert hat, die daraufhin den Trödelladen durchsuchten und die Bücher fanden. Weitere Untersuchungen des Falls wurden aufgenommen, aber normalerweise führen solche Untersuchungen nicht wirklich zu zufriedenstellenden Ergebnissen. Dieses Mal und in dieser Stadt wurde der Verkauf der Bücher entdeckt, doch wie oft ist das in wie vielen anderen Städten bereits geschehen?

Solange die Beamten und Arbeiter, sogar diejenigen, die für die Bildung des Landes verantwortlich sind, kein Interesse daran haben, dass Kinder etwas lernen, ist es sehr schwer, etwas zu verändern. Wir brauchen etwas mehr Nächstenliebe, etwas mehr Mitgefühl für die jungen Menschen, die alle eine gleiche Chancen auf eine bessere Zukunft haben möchten.

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