Mit dem Beginn des Sommers kommt das Ende des Schuljahres näher, aber natürlich müssen die Kinder, bevor sie in im Mai ihre wohlverdienten Ferien gehen, noch ihre Jahresabschlussprüfungen schreiben. Nach den Sommerferien beginnt ein weiteres Schuljahr und in Schulen im ganzen Land wählen die Eltern bereits jetzt die Schule aus, in die sie ihre Kinder schicken wollen. Oder, und das ist es, was ich zur Zeit immer öfter sehe, sie bewerben sich und die Schule wählt aus. Lasst mich euch diesen Trend erklären, den ich als gefährliche Richtung der Bildung für Kinder sehe.
Wer sein Kind in einer Schule einschreiben möchte, geht normalerweise in den Tagen der Einschreibung zu der Schule. Man will natürlich eine gute Schule wählen und so informiert man sich darüber. Heutzutage muss man sich für Informationen über eine der besseren Privatschulen zumindest in dieser Gegend deren Heft kaufen. Dort erfährt man mehr über ihre Schulgebühren, Angebote und die Infrastruktur der Schule sowie über den Anmeldeprozess. Selbst wenn man sich entschließt, ihre – oft verrückt hohen – Schulgebühren zu zahlen, um seinem Kind qualitativ hochwertige Bildung zu bieten, muss man diesen Anmeldeprozess durchlaufen.
Der Prozess ist recht lang und beinhaltet ein Interview mit dem Schüler, ein Interview mit den Eltern und dann oft eine Verlosung, um aus den vielen Anmeldungen die Kinder auszuwählen, die an dieser Schule aufgenommen werden. Doch in dieser Verlosung ist nicht der Name eines jeden Kindes dabei. Man muss die Interviews zuerst bestehen, um überhaupt bei der Verlosung mit einbezogen zu werden. Bist du gut genug für diese Schule?
Ja, auf diese Weise beginnt bereits der erste Kontakt mit der Schule für ein kleines Kind von vier Jahren oder sogar jünger mit einem Wettbewerb. Zeigst du genug Intelligenz, um an diese Schule zu kommen? Bist du schlau genug?
Nach was suchen sie da in den Eltern? Ob sie ihrem Kind bei den Hausaufgaben helfen können? Ob sie selbst einen Universitätsabschluss haben? Ob sie ihrem Kind zu Hause etwas beibringen können, wenn die Lehrer es nicht geschafft haben, die Nachricht rüberzubringen? Oder geht es ums Geld und darum, wie hoch die Spende ist, mit der man die Schule unterstützt? Und wie kommt es, dass manche Kinder, die Töchter und Söhne der einflussreichsten Leute, nie bei der Verlosung aus dem Rennen fallen, sondern immer in die Schule aufgenommen werden?
Es fühlt sich elitär an und wisst ihr was? Die Schule erklärt ganz offen, dass es eine Schule für die schlausten, die intelligentesten, die ‚Führungspersonen der Zukunft‘ ist.
Das Furchterregende daran? Dass es gerade immer mehr normal wird. Dass das nun eine Standard-Prozedur für ganz viele Schulen ist. Morgen werde ich euch erklären, warum ist glaube, dass das falsch ist, warum ich denke, dass es Indiens Probleme vergrößert und warum es mich immer mehr von der Arbeit überzeugt, die wir an unserer Schule machen.
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