Gestern habe ich die Hintergründe der Kumbh Mela erklärt und wie eine Kurzgeschichte in einer Schrift das größte religiöse Fest auf Erden verursachte. Die Kumbh Mela hat am 14. Januar in Allahabad begonnen und von Beginn an sah ich in den Nachrichten jede Menge Dinge, von denen ich dachte, dass ich sie euch gerne schreiben würde. Lasst und mit etwas beginnen, was mir sehr am Herzen liegt: die Kinder und das, was mit ihnen im Namen der Religion geschieht.
Am ersten Tag der Kumbh Mela haben alle Fernsehsender gezeigt, was auf dem Fest so vor sich geht. Eine Szene zog meine Aufmerksamkeit auf sich: da standen kleine Kinder, zwischen vier und sieben Jahren, als Götter verkleidet auf den Wegen des Festgeländes. Ein Junge war in einem Shiva-Kostüm, ein Mädchen stellte Lakshmi dar. Einige von ihnen hatten ein Tuch vor sich liegen, andere einen Topf und man konnte sehen, wie Vorbeigehende ihnen Münzen hinwarfen. Sie standen oder saßen einfach nur da und posierten. Ihnen war gesagt worden, wie sie ihre Hände halten sollen, so dass es aussah, als würden sie Segen spenden.
Die Passanten sehen fröhlich aus, lachen und finden die Kinder ganz offensichtlich süß. Sie geben ihnen Geld und lassen sich sogar von ihnen segnen, berühren ihre Füße und behandeln sie, als wären sie wirklich Götter. Sie verehren sie, sie ermutigen sie dazu, weiter diesen Weg zu gehen und finden es auf jede Weise gut, dass sie dort sitzen. Sie glauben, es ist spirituell und gut. Ich kann das einfach nicht verstehen!
Das Allererste ist, dass ich mich wirklich über die Eltern wundern muss. Meint ihr denn, ihr tut euren Kindern damit etwas Gutes? Ihr schickt eure Kleinen zum Betteln! Ja, das ist es – die religiöse Verkleidung macht das nicht besser! Es ist das Gleiche, wie die Straßenkinder in großen Städten, die sich einen Bart ins Gesicht malen und kleine Tricks vorführen, um Geld zu bekommen. Und was macht ihr mit dem Geld? Verwendet ihr es auf ihre Ausbildung? Daran zweifle ich!
Ihr verderbt diesen Kindern die Kindheit! Ich lese von Kindern im Alter von nicht einmal vierzehn Jahren, die auf der Kumbh Mela zu Naga Sadhus eingeweiht werden. Naga Sadhus sind die Sadhus, die niemals Kleidung tragen. Diese Kinder werden nie eine Schule von innen sehen, sie werden nur das Leben der Sadhus lernen und nichts anderes tun können, als ihr Leben lang zu betteln!
Du, derjenige, der zu dieser Feier geht und an diesen Kindern vorbeiläuft, ja, du trägst auch Verantwortung dafür! Ja, das tust du, denn wenn du so einem Kind auch nur eine Rupie gibst, unterstützt du diese Ausbeutung von Kindern! Du gibst ihnen und ihren Eltern die Botschaft, dass sie das Richtige tun! Wenn du mir das Argument vor die Nase hälst, dass sie aus armen Familien kommen und die Familie nur auf diese Weise Geld verdienen kann, muss ich dich dazu auffordern, der Familie Geld für Essen zu geben, so dass das Kind zur Schule gehen kann! Ich wette, dass keiner derjenigen, die diesen Kindern Geld geben, seine Tochter oder seinen Sohn an die Stelle dieses Kindes setzen würde!
Religion hilft diesen Kindern nicht, Religion zerstört ihre Leben. Sie gehen betteln. Es ist eine religiöse und spirituelle Weise zu betteln, aber es bleibt immer noch betteln. Es bleibt die Ausbeutung von Kindern. Es bleibt falsch.
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