Hungrige Kinder füttern oder doch die Affen? – 23 Aug 16

Stadt:
Vrindavan
Land:
Indien

Gestern hatte eine liebe deutsche Freundin von uns Geburtstag. Ihr Name ist Susanne und sie hat uns nun schon mehrere Jahre lang unterstützt. Sie war mit einer Gruppe Natur-Friseure hier und wir hatten in den vergangenen Jahren viele tolle Workshops, Sitzungen und auch schöne private Zeit miteinander. Für ihren Geburtstag hat sie das Essen für die Kinder gespendet – und noch etwas extra dazu gegeben, so dass wir ihnen auch Bananen kaufen konnten!

Nur einige Stunden später war ich im Restaurant und sah draußen dem Verkehr zu, als ein Auto vor unserem Gebäude anhielt. Die Insassen öffneten die Fenster und begannen Bananen aus dem Auto zu werfen. Sofort war da eine riesige Menge an Affen, die alle versuchten, zumindest eine Banane zu erhaschen, wenn nicht zwei oder drei! Sie balgten sich darum und als schließlich keine Bananen mehr nachkamen, rannten sie davon mit allem, was sie ergattern konnten. Das Auto fuhr davon.

Ich sah also diese zwei Bananen-Verteilungen und fragte mich: warum würde jemand dieses Essen Affen geben anstatt Kindern?

Es war das schönste Gefühl, in den Augen der Kinder die Freude über eine Banane zu sehen! Wir verteilen immer mal wieder Früchte, immer, wenn es die Jahreszeit für etwas ist und wir viele dieser Früchte bekommen, so dass die Kinder auch ihre Vitamine bekommen. Wir wissen, dass sie daheim nicht viel davon haben, weil Früchte teuer sind! Also füllt eine Verteilung von Früchten – oder Essen im Allgemeinen – nicht nur ihre Bäuche, sondern auch unsere Herzen, weil wir wissen, dass wir diesen Familien geholfen haben, ihre Kinder zu füttern und dass das ihnen hilft zu wachsen.

Diejenigen, die die Affen füttern – und das war heute kein Einzelvorfall, das geschieht öfter – haben eine andere Idee im Kopf. Sie glauben das ist etwas, was Gott gut findet. Viele von ihnen verehren den Affengott Hanuman und glauben, indem sie die Affen füttern, dienen sie Gott direkt.

Wenn sie Gott dienen, ist Gott ihnen gnädig. Dann bekommen sie gute Gesundheit, Glück, Erfolg und so weiter. Sie fühlen Genugtuung, wenn sie die Affen gefüttert haben, denn am Ende nutzt das ihnen. Es ist ein eigennütziger Wunsch, der sie dazu bringt, die Bananen zu verteilen.

Für die Anwohner jedoch bedeutet das, dass es auf den Straßen und in der ganzen Gegend mehr Affen gibt. Und das ist etwas, was niemandem hier wirklich gefällt. Sie randalieren nicht nur in deinem Garten und zerstören deine Pflanzen, sondern sie sind wirklich auch gefährlich! In der Stadt sind Leute von ihrem Dach gefallen und gestorben, weil Affen im Clan gekommen sind und sie angegriffen haben – für Essen, das sie in der Hand hatten oder einfach, weil sie meinten, es sei ihr Revier. Die Regierung hat schon mehrere Pläne, um Herr dieses Problems zu werden – sie einzufangen, zu kastrieren, sie in Wälder außerhalb der Stadt zu bringen und mehr. Sie kommen wieder und machen weiter Probleme für die Leute, die hier leben. Doch religiöse Menschen glauben, es sei eine Tugend, sie zu füttern!

Nun sag mir mal, was mehr Sinn macht: Früchte an hungrige Kinder zu verteilen und sich damit gut zu fühlen, oder sie an wilde Tiere zu verteilen und sich vorzustellen, dass ein imaginäres Wesen dich dafür belohnt?

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