Vrindavan ist eine spirituelle Stadt, ein Ort, an den viele Pilger für ihre Zeremonien und ihre Gebete kommen und um den Parikrama zu laufen, den Pilgerweg um die Stadt. Es ist üblich, sein Mantra, das Gebet zu Gott mit der Hilfe einer Mala mit 108 Perlen zu sprechen. Mir wurde gesagt, dass im Christentum für den gleichen Zweck ein Rosenkranz verwendet wird. Man spricht ein Gebet mit dem Finger auf einer Perle und mit der nächsten Perle wiederholt man es noch einmal. Ich habe gehört, dass auch im Islam so gebetet wird.
Sie meinen, der Sinn ist, dass man etwas in der Hand hat, das wie ein Anker für den Verstand arbeitet. Selbst wenn dein Verstand während einem Gebet abwschweift, dreht dein Finger eine Perle und dein Verstand kommt wieder zurück.
Eines Tages kam Ramona vom Einkaufen in der Stadt zurück und erzählte mir von einer lustigen Situation, die sie erlebt hatte. Im gleichen Laden war ein Päarchen und beide hatten Taschen mit Malas in ihren Händen und rezitierten ihre Mantras ohne einen Laut zu machen, doch ihre Lippen bewegten sich. Und zur gleichen Zeit sahen sie zu, was der Verkäufer vor ihnen ausbreitete: Hosen in verschiedenen Farben und Mustern. Als die Frau eine sah, die ihre gefiel, hörte sie mit dem Beten auf und fragte den Verkäufer ‚Haben Sie das hier auch in rot?‘ und während er sich umdrehte, um nachzusehen, begann sie wieder zu beten. Und das gleiche geschah mehrere Male: sie bewegte ihre Lippen im stummen Gebet, sagte dann plötzlich etwas über ein Kleidungsstück oder eine Farbe und begann wieder zu beten.
Was hat diese Frau wohl von dieser Übung? Nichts, da könnte sie auch einfach so einkaufen gehen! Da sieht man wieder einmal, wie leer diese Rituale doch sind! Es sind nur Angewohnheiten, sonst nichts. Ihr könnt mir nicht sagen, dass diese Frau bei ihrem Einkauf etwas Besonderes gespürt hat! Aber naja, jedem das Seine!
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