Heute Abend verlassen wir nun endlich den Ashram in Richtung Delhi, zum Flughafen, für unseren Flug nach Deutschland!
Ich freue mich schon sehr darauf, mit Apra zum zweiten Mal in ihrem Leben nach Deutschland zu fliegen. Wenn alles so gegangen wäre wie geplant, wären wir bereits vor zwei Wochen dort gewesen. Doch aufgrund meiner Kreuzband-Operation mussten wir unseren Flug verschieben. Ich muss sagen, dass wir in der Zeit wirklich die beste Entscheidung getroffen haben!
Natürlich bin ich noch nicht vollständig fit. Ich trage eine Beinstütze und gehe sehr langsam mit einer Krücke zur Hilfe. Ich kann auch ohne Krücke laufen, aber wenn ich versuche, so zu reisen, komme ich wahrscheinlich Stunden nach der Abflugzeit erst am Gate an! Aber: ich kann laufen, ich kann sitzen und sogar mein Bein abwinkeln. Ich fühle mich definitiv viel besser als vor der Operation. Ich glaube, dass ich die Reise gut hinter mich bringe. Ich weiß, dass es für mein Bein wahrscheinlich recht anstrengend wird, aber das werde ich schon schaffen, indem ich oft Stellung wechsle, hin und wieder aufstehe und mich darauf konzentriere, Apra zu unterhalten – wenn sie nicht tief und fest schläft.
Ein weiterer Grund, warum ich mich heute mit Freuden auf nach Deutschland mache ist, dass es hier in Vrindavan nun mit jedem Tag heißer wird. Ich mag die Hitze nicht wirklich und obwohl wir Fans und Klimaanlagen haben, mag ich diese Jahreszeit nicht sehr. Ich sitze nicht gern in einem klimatisierten Raum! Also freue ich mich auf das deutsche Wetter. Klar, es kann zu dieser Jahreszeit noch recht kalt sein, aber dann gibt es Möglichkeiten, sich warm zu halten, ohne sich eine Erkältung einzufangen!
Und dann ist da noch die Stille! Die deutsche Stille vermisse ich manchmal. Diese Stille kann man hier in Indien nicht finden, wenn man nicht gerade hoch oben in den Himalayas ist oder irgendwo weit draußen in einem Dorf! Wir haben im Ashram zugegebenermaßen eine recht gute Lage am Rand der Stadt, aber man kann dem Tempelgesang nicht entkommen, wenn jemand beschließt, diesen mit Lautsprechern in die ganze Nachbarschaft herauszuschallen.
Noch dazu und hauptsächlich freue ich mich jedoch darauf, all meine Freunde und deutsche Familie zu treffen. Mit ihnen zusammenzusitzen und die Zeit zusammen zu genießen. Und natürlich nach einer recht langen Pause wieder die Arbeit aufzunehmen.
Deutschland ist mein zweites Zuhause und manchmal vermisse ich es, wenn ich in Indien bin. Also kommen jetzt noch die letzten Vorbereitungen und dann starten wir von hier. Morgen schreibe ich euch von Deutschland aus, nach einem superleckeren Frühstück mit frischen Brötchen!
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