Ich habe über Glück gesprochen, doch heute ist es für mich eine Herausforderung, glücklich zu sein. Ich kann nicht sagen, dass ich sehr glücklich bin, weil ich sehe, wie die Gesichter der Familie und des ganzen Ashrams nicht glücklich sind, weil wir abfahren. Wenn ich diese traurigen Gesichter sehe, will ich sie etwas aufheitern, sie zum Lachen bringen und versuchen, diese Schwere aus der Atmosphäre zu nehmen.
Der Ashram ist an diesem Tag der Abreise so geschäftig, weil jeder beim Packen hilft und Dinge mitsucht, die wir mitnehmen müssen. Wie jedes Mal hat uns meine Großmutter, Naniji, gefragt, ob sie noch am Leben sein wird, wenn sie uns das nächste Mal sieht.
Das alles fühle ich und versuche, in mein Gleichgewicht zu kommen. Denn andererseits kann ich auch sagen, dass ich glücklich bin, meine Freunde wiederzusehen, wenn ich zurück nach Deutschland komme. Das Gefühl ist auch da. Ich muss beide Emotionen akzeptieren.
Jetzt wird es hier heiß und ich habe von meinen Freunden gehört, dass der Frühling in Deutschland ankommt, also sind wir auch froh, abzufahren und hoffen auf schönes Wetter dort. Wie immer sind an diesem Abreisetag also meine Gefühle so und irgendwie sind wir schon daran gewöhnt. Morgen werde ich also von Wiesbaden schreiben.
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