Eine Verrückte Zugfahrt durch Deutschland – 15 Dez 08

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Wir hatten einen sehr seltsamen Tag. Am Morgen sind Yashendu, Ramona und ich von Wiesbaden losgefahren um nach Schwabmünchen zu kommen. Doch irgendwie ist alles etwas seltsam abgelaufen. Wir sind um halb acht mit einem Taxi bei Thomas und Iris losgefahren, um zum Bahnhof zu kommen. Auf dem halben Weg erinnerte Yashendu sich plötzlich, dass wir seine zweite Knieschiene vergessen haben, die er nach seiner Operation tragen muss. Also haben wir Thomas angerufen und er konnte sie dorthin bringen, wo wir im Taxi warteten.

Wir sind trotzdem rechtzeitig am Bahnhof angekommen und konnten unseren Zug nach Stuttgart nehmen. Auf unserer Fahrkarte stand, dass wir an Gleis 11 aussteigen sollten und auf den nächsten Zug warten sollten, der eine halbe Stunde später vom gleichen Gleis abfahren sollte. Also haben wir unser ganzes Gepäck ausgeladen und wollten auf den nächsten Zug warten. Doch nur ein paar Minuten später haben wir erfahren, dass der gleiceh Zug, aus dem wir gerade ausgestiegen waren, auch nach Augsburg gehen sollte. Die Frau von der Bahn sagte uns das und sah uns zu, wie wir unser ganzes Gepäck wieder in den Zug räumten und uns wieder dorthin setzten, wo wir vorher gesessen waren.

Das war also der Zug nach Augsburg und auf dem Weg von Stuttgart sahen wir dass, je südlicher wir kamen, der Schnee draußen immer mehr wurde. Eine halbe Stunde vor Augsburg hielt der Zug plötzlich an: Wir wurden informiert,dass die Gleise vor uns nach einem Unfall gesperrt waren und dass wir etwas warten müssten, vielleicht eine halbe Stunde. Nach einiger Zeit wurde uns gesagt, dsss es länger dauern würde und dass es die Möglichkeit gebe, mit einem anderen Zug zur vorherigen Station zu fahren oder einen Bus zu einem anderen Bahnhof zu nehmen. Wir beschlossen aber, im Zug zu bleiben, da wir mit dem Gepäck und Yashendus operiertem Knie nicht zu viel laufen wollten.

Es hat eine Weile gedauert, bis die Stimme aus dem Lautsprecher uns sagte, dass der Zug, in dem wir saßen auch zurück zur vorherigen Station fuhr wo wir dann in einen anderen Zug um steigen sollten. Das sollte der erste Zug sein, der wieder in Richtung Augsburg fährt.

Wir sind dem Rat gefolgt und haben Zug gewechselt. Wir haben ein schönes Plätzchen zum Sitzen gefunden und nach dem Hinsetzen erzählte die Ansage den erschöpften Reisenden im Zug, dass, es noch eine Verspätung von zwei Stunden geben würde. Wir haben in unseren Sitzen gelacht. Sie haben uns nach einer ganzen Wiele zurückgebracht und dann mussten wir immer noch so lange warten! Doch eines taten sie für ihre Kunden: Sie gaben Wasser, Saft und warme Getränke kostenlos aus.

Es ging uns gut, wir waren an einem warmen Ort und dachten, dass wir einfach noch zwei Stunden warten sollten, als die Stimme sagte, dass die Gleise noch blockiert waren und wir noch auf unbestimmte Weise warten mussten. Auch diese Neuigkeit haben wir ruhig hingenommen. Die nächste Information war jedoch, dass dieser Zug aufgrund der langen Verspätung nirgendwo mehr hinfahren würde und wir aussteigen sollten. Und dann waren dort jede Menge Menschen am Gleis und alle warteten auf einen Zug. Zum Glück kam noch bald ein anderer und als wir in diesen einstiegen (und wieder einen Platz für die Koffer und Yashendu’s Bein gefunden hatten) erstaunte es uns nicht, dass sie noch nicht wussten, wie lange es noch dauern würde. In der Zwischenzeit hatten wir Andrea mehrere Male angerufen, um ihr zu sagen, dass sie etwas später kommen sollte, da sie in Augsburg wartete, um uns abzuholen.

Es war eine verrückte Reise aber endlich begann der Zug sich in Bewegung zu setzen. Und er brachte uns bis zum Augsburger Bahnhof, wo wir fünf Stunden später als geplant ankamen. Das letzte Hindernis war, dass es dort, am Hauptbahnhof dieser Stadt, keine Aufzüge gibt. Auch ein wenig verrückt, aber wir haben es geschafft. Und dort wurden wir von Andrea willkommen geheißen, die auch einen seltsamen Tag gehabt hatte, während sie nach Augsburg und wieder raus aus Augsburg gefahren war.

Die Reise war verrückt, aber wir waren guter Stimmung und Ramona sang die ganze Zeit ‘Driving home for Christmas’. Jetzt sind wir hier in Schwabmünchen und auch ziemlich müde, aber glücklich, hier zu sein bei Andrea und Susi. Melly wird am Donnerstag auch zu uns stoßen.

Vorgestern hat mich Roger angerufen, um mir zu sagen, dass sie ein trauriges Ereignis in der Familie hatten: seine Tante ist gestorben. Heute war ihr Begräbnis und Purnendu hielt im Ashram eine Zeremonie für ihre Seele. Ich finde das ein sehr schönes Ritual, das es auch für die umstehenden Menschen einfacher macht, mit der Trauer im Herzen umzugehen und den, der gegangen ist in liebevollem Gedächtnis zu bewahren.

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