Kriminelle, Mörder und Vergewaltiger in der Indischen Politik – 11 Jan 11

Stadt:
Vrindavan
Land:
Indien

Etwas in der indischen Politik erscheint all jenen etwas merkwürdig, die sich die Biographien der Politiker genauer ansehen, die den unterschiedlichen Staaten und Regionen vorstehen und sogar derer, die im Parlament sitzen. In ihrem Lebenslauf stößt man auf so manches Verbrechen. Nach dem indischen Gesetz, kann ein Politiker zur Wahl gestellt werden, selbst wenn gegen ihn Strafanzeigen erstattet wurden. Er kann gewählt werden, solange er nicht für schuldig befunden wurde. Wenn also ein Politiker im Gefängnis sitzt, während er auf sein Gerichtsverfahren wartet oder sein Fall gerade vor Gericht ist, kann er oder sie gewählt werden.

Die Geschichte zeigt, wie viele Menschen, die gemordet, getötet und geraubt haben und die Jahre über Jahre im Gefängnis verbracht haben, schließlich zu Parlamentsmitgliedern wurden. Große Mafia-Bosse, die momentan im Gefängnis sitzen, schmieden schon Pläne für die nächste Wahl und fragen bei Parteien an, ob sie nicht als Kandidaten antreten können.

Hier ist eine Statistik eines unserer Nachbarstaaten, Bihar: bei den Wahlen 2005 hatten 358 Kandidaten Gerichtsverfahren wegen Straftaten gegen sich laufen. Sie gehörten allen verschiedenen Parteien an. Von diesen 358 Kandidaten waren 213 wegen schwerwiegenden Verbrechen wie Mord, Entführung, Raub, Erpressung oder ähnlichem angezeigt.

Die indische Wahlkommission macht sich wegen diesen schweren Fällen wie Mord und Vergewaltigung Sorgen und bat die Regierung, die Kandidatur von Menschen, die einer solchen Tat angeklagt sind, zu verbieten. Sie sollten vollständig von den Wahlen ausgeschlossen werden und keinen Sitz für eine Partei bekommen. Es ist offensichtlich warum: indische Politik wird immer krimineller, je mehr Kriminelle in unserem Parlament und unseren Räten sitzen. Es ist nicht gut für die Demokratie, nicht gut für das Vertrauen der Menschen in unsere Regierung und nicht gut für das Land. Seltsamerweise hat jemand, der im Gefängnis ist, kein Wahlrecht, wohl aber das Recht, sich zur Wahl stellen zu lassen, solange er nicht für schuldig befunden wurde. Gewählt zu werden bringt ihn auch nicht aus dem Gefängnis, doch es gibt genug Leute, die ihm Papiere zum unterschreiben dorthin bringen. Das System der Rechtssprechung jedoch kann aufgrund vieler anstehender Fälle und nur weniger Richter zu einer so langen Verzögerung führen, dass ein Verbrecher viele Jahre lang nicht für schuldig bekannt wird.

Stell dir jetzt einmal vor, du gehst, um für deinen Bundesstaat oder dein Land zu wählen und du weißt, welche Partei du normalerweise unterstützt. Jetzt siehst du aber, dass ihr Kandidat ein Mörder ist! Okay, widerwillig wendest du dich der nächsten Partei zu und siehst, dass ihr Kandidat ein bekannter Vergewaltiger ist! Naja, alles, was du in dieser Situation tun kannst, ist, dich für das kleiner Übel zu entscheiden und vielleicht für den Räuber oder Dieb zu stimmen.

Was kann man von solchen Politikern erwarten? Wir leben in einer Demokratie, aber die Öffentlichkeit wählt Verbrecher und schickt sie ins Parlament! Natürlich liegt der größte Teil der Verantwortung bei den Parteien, die diese Kandidaten aufstellen, aber die Öffentlichkeit muss ihre Verantwortung auch anerkennen. Und dort sehe ich wieder einen Mangel an Bildung als Problem. Manche Menschen wissen rein gar nichts über die Menschen, für die sie stimmen. In anderen Fällen zwingen die kriminellen ganze Dörfer, für sie zu stimmen oder füllen einfach jedermanns Wahlpapiere selbst aus, so dass niemand auch nur eins zu sehen bekommt. Ist es wirklich so ein Wunder, dass Korruption in unserem Land ein großes Problem ist?

Mehr Informationen zu Kriminellen in der Politik: http://www.adrindia.org/

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