Heute wird in Deutschland der Nikolaustag gefeiert. Jedes Kind bekommt ein kleines Geschenk oder Süßigkeiten, Früchte und Nüsse. So haben wir also unseren Morgen damit begonnen, Sophie und Konstantin beim Auspacken ihrer Geschenke zuzusehen. Es war schön zu sehen, wie sie lächeln und sich über die Geschenke freuen. Doch bald darauf mussten Ramona und ich uns verabschieden und unsere Reise von Bocholt nach Tornesch antreten.
Ich habe in meinem Leben viel Zeit auf Reisen verbracht und habe kürzlich in einer Zeremonie wieder einmal gehört, wie jemand das Leben mit einer Reise verglich. Während ich jetzt im Zug sitze, denke ich ein bisschen über diese Metapher nach.
Natürlich hat jede Reise einen Anfangspunkt, in unserer Lebensreise wäre das unsere Geburt. Dann hat man verschiedene Stationen, an denen man anhält und schließlich hat man einen Punkt, an dem man ankommt, ein Ziel, einen Bestimmungspunkt. Logisch betrachtet, müsste dieser Punkt der Tod sein, der Punkt, an dem die Reise des Lebens endet.
Meine Vorstellung ist jedoch, dass das Ziel des Lebens nicht der Tod ist. Das wäre auch irgendwie eine bittere Sicht aufs Leben, meint ihr nicht? Nein, ich glaube, dass es das Ziel im Leben ist, glücklich und in Liebe zu leben. Wie passt das mit der Reise des Lebens zusammen? Ich finde, es passt sehr gut, wenn man an den bekannten Spruch denkt ‚Der Weg ist das Ziel‘. Da ich so viel Zeit auf Reisen verbracht habe, kann ich diesen Satz sehr gut verstehen. Man muss den Weg, die Reise genießen und einfach entspannen, glücklich und in Liebe sein.
Man kann mit dem Flugzeug oder dem Zug reisen. Man ist wirklich schnell, es ist unkompliziert und man erreicht sein Ziel schnell und entspannt. Man lebt das Leben ‚auf der Überholspur‘. Man macht große Sprünge auf seinem Weg und alles geht schnell und einfach. Manche Menschen haben aber sogar viel Stress, wenn sie mit dem Zug oder Flugzeug reisen. Es könnte so leicht sein, wenn sie sich nur zurücklehnen und entspannen würden.
Manchmal reist man mit dem Auto. Das geht auch schnell, man muss aber auch selbst etwas mehr Anstrengung unternehmen. Man muss die richtige Richtung finden und vorsichtig um die anderen herumfahren, so dass niemand verletzt wird und man sicher ankommt. In deinem Leben sind das die Zeiten, in denen du mehr Acht auf deine Außenwelt gibst und in denen du herausfinden musst, wo du hin willst. Und du weißt, dass du das Lenkrad in der Hand hast.
Manchmal musst du auch laufen. Du fühlst jeden Schritt in deinen Beinen, du fühlst dein Boden unter deinen Füßen und du bist dir dessen bewusst, dass sich die Welt um dich herum sehr schnell bewegt, während du nur langsam dahingehst, Schritt für Schritt. In solchen Zeiten kannst du nachdenken, auf die Wege zurückblicken, die du bereits hinter dir hast und darüber nachdenken, von wu du den nächsten Zug oder Flug oder auch das nächste Auto bekommst. Es mag scheinen, also wäre es schwieriger zu Fuß zu gehen, wenn man doch auch so viel schneller unterwegs sein könnte, aber man kann auch diesen Teil der Reise genießen – nimm es leicht.
Jeder reist zu einem Punkt in seinem Leben auf die verschiedenen Weisen. Egal, auf welchem Fahrzeug du dich im Moment befindest oder ob du läufst, du musst nur daran denken, dass du das Ziel bei dir hast. Unser Weg ist die Liebe und die Liebe ist der Weg. Sie ist unsere Bestimmung. Das ist mein tiefer Glaube und du musst nur erkennen, dass du diese Bestimmung bereits in den Händen hältst. Genieße deinen Weg!
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