Gestern habe ich über einige eher kleine Veränderungen im Ashram gesprochen. Ich habe auch beschlossen, etwas zu ändern. Und das Ergebnis sieht man im obigen Bild. Für mich war es auch ein neues Gesicht, das mir aus dem Spiegel entgegen blickte, nachdem ich meinen Kopf rasiert habe.
Das letztes Mal, dass ich meinen Kopf rasierte, war am 10. September 1997, zwei oder drei Stunden bevor ich in die Höhle gegangen bin. Doch damals habe ich nicht in den Spiegel gesehen. In der Höhle gab es auch keinen Spiegel und als ich nach drei Jahren herauskam, hatte ich lange Dreadlocks und wieder einen Bart. Also habe ich mich erst mit rasiertem Kopf gesehen, nachdem ich herauskam und die Videos von davor sah.
Ich hatte fast mein ganzes Leben lang einen Bart und lange Haare. Es ist seltsam und lustig, mich selbst auf diese Weise zu sehen und oft greifen meine Hände nach meinem Bart, um über ihn zu streichen oder nach dem Haar, um die Dreadlocks zur Seite zu nehmen. Als ich beschloss, die Dreadlocks abzuschneiden, machte Ramona einen Witz. Sie sagte, dass wir sie auf ebay versteigern sollten und dafür etwas Geld für die Kinder zu bekommen. Ich sagte, warum nicht? Das ist auch ein Teil meines Körpers und ich habe mich selbst, meine ganze Zeit und mein Leben diesen Kindern gewidment, wenn also mein Teil meines Körpers, selbst wenn es mein Haar ist, da helfen kann, warum nicht?
Ich habe sogar im Internet gelesen, dass in Südindien manche Tempel Haare als Spenden bekommen und Millionen von Dollar vom Verkauf bekommen. Natürlich können sie damit viele Wohltätigkeits-projekte unterstützen. Und wir haben nun mehr Kinder als jemals zuvor, unsere Projekte wachsen und damit auch unsere Ausgaben. Ich denke also, es ist eine gute Idee und vielleicht kaufen die Menschen gerne eine der Dreadlocks mit dem Ziel, unsere Kinderprojekte zu unterstützen. Es gibt nur eine bestimmte Anzahl und sie sind wirklich sehr lang, also sind sie etwas besonderes.
Natürlich waren die langen Dreadlocks und der lange Bart ein Blickfänger, egal, ob ich in Manhattan durch die Straßen lief, irgendwo in einer Stadt in Europa oder am Flughafen. Die Menschen schauen und manchmal hatten sie auch genug Mut, zu mir zu kommen und meine Haare anzufassen. Und manchmal fragten mich Leute ‘Hast du deine Haare jemals geschnitten?’, ‚Wie lange hast du es wachsen lassen?‘ oder ‚Ist es in deiner Religion oder Tradition nicht erlaubt, sich die Haare zu schneiden?‘.
In manchen Religionen oder Traditionen ist das wirklich nicht erlaubt. Ich habe auch in mein Tagebuch geschrieben, dass mir nach einem Vortrag gesagt wurde ‘Wenn die Menschen dich und deine Erscheinung sehen, haben sie sofort den Eindruck, dass vor ihnen ein Guru steht.‘ Das erste ist: Ich bin nicht an irgendeine Religion oder Tradition gebunden. Ich kann vollkommen frei tun, was ich möchte. Ich kann mich verändern. Doch ihr könnt euch sicher sein: ihr werdet mich nicht in Jeans sehen! Ich liebe meine offene und lockere Kleidung. ? Und eines weiß ich, meine Freunde auf der ganzen Welt lieben nicht meine Haare, ich bin mir sicher, ich werde immer geliebt werden, mit oder ohne Dreadlocks.
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