Öffne das Herz und lass die Gefühle frei fließen – 7 Jan 08

Heute morgen sind wir in Lausanne, in der Schweiz angekommen. Bertrand, mein Freund, bei dem wir diese Woche bleiben werden, hat uns vom Bahnhof abgeholt und uns zu ihm nach Hause gebracht. Das Haus ist in einem sehr kleinen Dorf in den Hügeln ‚hinter’ Lausanne. Von da aus hat man eine fantastische Aussicht auf die Berge rundherum.

Am Abend hatten wir einen Darshan. Es war an eine schöne Atmosphäre und ich erklärte, dass der Darshan dafür da ist, das Herzchakra zu öffnen. Wir müssen unsere Blockaden dort auflösen. Wenn dort alles blockiert ist, wie sollen wir denn jemandem Liebe schenken? Und wie können wir so Liebe empfangen? Wir müssen unsere Herzen öffnen. In meinem Darshan gebe ich dazu den Schlüssel: Lasst eure Gefühle flieβen. Es ist so einfach und doch kann es für einige sehr schwer sein. In dieser Gesellschaft wurde uns beigebracht, unsere Gefühle zu unterdrücken. Was für eine Gesellschaft ist das, in der Tränen als ein Schwachpunkt gelten? Ich möchte euch darum bitten, alles rauszulassen! Wenn du traurig bist, dann weine bitte. Wenn du fröhlich bist, dann lache bitte. Sei stolz darauf, wer du bist und was deine Gefühle sind! Dann kannst du sie flieβen lassen und dein Herz der Liebe öffnen, die zwischen uns allen flieβt.

Hilfe auf dem spirituellen Weg – 6 Jan 08

Weil heute der letzte Tag unseres Treffens in Melle war, hatten wir einen ‘sharing circle’, einen Kreis, in dem jeder seine Gefuehle und Gedanken zu diesem Wochenende und der Yogalehrer-Ausbildung zum Ausdruck bringen konnte. Ich sehe mich nicht als Lehrer. Es ist mein Weg, in der Welt zu sein, in Yoga zu sein. Ich sehe das so und das bezieht sich nicht nur auf diese Ausbildung. Ich bin Yogi, kein Yoga-Lehrer. Ich bin hier, um meine Gefühle und Erfahrungen mit euch zu teilen und ich hoffe, es wird euch helfen, euch auf eurem spirituellen Weg weiterzuentwickeln. Es würde mich freuen, auf eurem Weg zu eurem ganz persönlichen Ziel etwas beizutragen.

Wir haben Melle mit dem Zug verlassen und hatten dann viel Zeit in Osnabrück. Also sind wir in der Nähe des Bahnhofs eine Pizza essen und danach Billard spielen gegangen. Yashendu hat zwar jedes Spiel gewonnen aber Ramona und ich hatten auch Spaß. Kurz bevor wir abfuhren, fanden wir noch Spaß daran, Dinge von einem riesengroßen Automaten am Bahnhof zu kaufen. Da gab es Wasser und Kaugummi aber auch Dinge wie Digitalkameras und Babypuder. Fasziniert von diesem Automaten hätten wir beinahe noch den Zug verpasst, haben es aber am Ende doch geschafft!

Yoga – nicht nur Übungen sondern Lebensstil- 5 Jan 08

In meinem Vortrag heute Abend habe ich über Yoga gesprochen. Was genau ist Yoga? Ich höre oft die Worte ‚Ich mache täglich Yoga’ oder ‚Ich mache Yoga zweimal wöchentlich oder dreimal die Woche’.

Ich war einmal in einem Fitnessstudio eingeladen, um einen Vortrag über Yoga zu halten. Das war auch meine erste Erfahrung davon, einen Vortrag in einem Fitnessstudio zu halten. Es war eine sehr neues Bild, das sich mir bot. Es gab viele Maschinen,um die Muskeln aufzubauen und darauf viele Leute, die Fernsehgeräte vor ihnen und die Kopfhörer in den Ohren… Also sehe ich das überall und dann steht da eine kleine Gruppe, die auf mich wartet, dass ich ihnen was über Yoga erzähle.

Und ich habe ihnen gesagt ‚Es ist gut, dass ihr mich hierher eingeladen habt, aber ihr müsst wissen, dass Yoga nicht nur die körperliche Betätigung ist. Es ist viel viel mehr als das.’

Das Wort ‘Yoga’ ist Sanskrit und die Bedeutung ist ‘Einheit’. Das ist Yoga. Wenn du in Yoga bist, dann ist Yoga dein Leben. Du lebst in Yoga. Es geht da nicht um täglich, zweimal oder dreimal die Woche. Es ist ein Lebensstil. Wenn du in Yoga bist, dann ist dein ganzes Sein Yoga. Dann ist es egal, ob du schläfst, isst, trinkst oder gehst. Yoga ist in allem. Es wird zum Leben. Ich würde auch nicht sagen ‘Yoga machen’, sondern ‘Yoga sein’. Wenn deine Seele die Verbindung machen möchte mit ihrer Quelle, aus der sie stammt. Wenn die Seele diese Einheit schaffen will.

Das ist Yoga.

Yoga für Körper, Geist und Seele – 4 Jan 08

Meine Freundin Sonja und ihre Tochter Carolin kamen uns heute in dem Zentrum in Melle besuchen. Ich hatte sie seit letzten April nicht gesehen. Es ist immer schön, Carolin wiederzusehen. Ich liebe sie bedingungslos seit ihrer frühen Kindheit. Sie ist nun zehn Jahre alt und immer, wenn ich sie wiedersehe, ist sie ein Stuck größer. Es ist unglaublich, wie schnell Kinder wachsen, Teenager und schließlich Erwachsene werden. Sonja und Carolin waren wegen einem kleinen Problem hier, für das ich dann eine Heilsitzung gemacht habe. Das hat ihr früher schon geholfen und das wird es auch jetzt!

Am Abend gab ich wieder einen Vortrag. Es ist schön, diesen Rhythmus zu haben. Die Schüler haben am Morgen eine Meditation, danach Asana-Stunden mit Körperübungen und am Abend meinen Vortrag. Das ist wie Yoga beschaffen ist. Es ist für deinen Verstand, deinen Körper und deine Seele. Es gibt Hatha Yoga, das wie Nahrung für den Körper ist, Gyan Yoga, das wie die Nahrung für den Verstand ist und Bhakti Yoga, das die Nahrung für die Seele ist. Auf diese Weise bekommst du mit Yoga das volle Paket.

Deutsche oder Yogische Gesundheits-Richtlinien – 3 Jan 08

Es ist sehr wichtig, seinen Körper fit zu halten. Yoga kann dir dabei helfen. Aber was ist der Maßstab dafür? Ich habe heute erfahren, dass die Versicherungsgesellschaft mich nicht versichern möchte, weil ich, verglichen mit meiner Größe, nicht genug wiege. Ich fühle mich gesund, ich bin fit! Ich war noch niemals krank! Aber das deutsche System sieht es da etwas anders. Nach ihrem Standard fehlen mir acht Kilo! Aber das ist ein deutsches System, kein yogisches! Ich musste sagen, es tut mir leid, aber ich kann doch jetzt keine acht Kilo zunehmen!

Ich möchte sagen, dass es wirklich nicht wichtig ist, wieviel du wiegst. Es ist unwichtig, ob es wenig, mittelmäßig oder viel ist. Aber wie fühlst du dich? Es geht um deine Gefühle! Du musst dich in deinem Körper wohl fühlen. Und wenn du dich in deinem Körper wohlfühlst, dann wirst du auch gesund sein!

Patanjalis Schock wegen verschiedener Yoga-Stile – 2 Jan 08

Heute sind Yashendu, Ramona und ich nach Melle gefahren, um dort mit der neuen Yogalehrerausbildung zu beginnen. Wir haben also eine Menge Zeit im Zug verbracht oder dabei, unser schweres Gepäck von einem Gleis zum anderen zu tragen.

Als wir dann in Melle ankamen, haben wir unsere neuen Yoga-Schüler kennengelernt. In einer einführenden Runde erklärte ich ihnen meine Auffassung von mir, meiner Arbeit und meinem Ziel:

„Ich kann mich nicht einmal mehr daran erinnern, wann ich mit Yoga angefangen habe. Ich kam 2001 das erste Mal in Deutschland. Auf dieser ersten Reise auβerhalb Indiens kam ich nach Deutschland, Spanien und nach London. Ich habe viele Orte gesehen, viele Yoga-Zentren besucht und viele Menschen kennen gelernt. Ich wurde irgendwie immer gefragt, welcher Tradition ich angehören würde und welche Art von Yoga ich denn praktizieren würde. Diese Fragen verwirrten mich etwas. Normalerweise bin ich keine Person, die leicht verwirrt ist. Doch diese Frage brachte mich wirklich durcheinander. In Indien hatte ich nie von verschiedenen Traditionen gehört. Und dann reise ich in unterschiedliche Länder und besuche verschiedene Yoga-Zentren und höre die Leute sagen ‚Ich mache diese Art von Yoga, du machst jene, dies ist eine Zentrum dieser Tradition, das dort von jener Tradition’. Ich hörte das schon recht oft und ich überlegt dies: Wenn Patanjali, der vor 2600 Jahren die Yoga-Sutras geschrieben hat, jetzt in diese Welt kommen würde und sich das anschauen würde, dann wäre er geschockt. Ich wette, er hätte nie gedacht, dass es so viele verschiedene Yoga-Richtungen und Traditionen geben würde.

Wenn in Indien jemand Yoga macht, dann tut er dies und nicht irgendeine bestimmte Art von Yoga. Ich denke, das kam hierher, weil die Menschen sich hier gut fühlen, wenn sie das Gefühl haben , sie gehören zu etwas, wenn sie ein bestimmtes Label haben. Vielleicht hat das hier so angefangen. Von meiner Seite würde ich euch gerne wissen lassen, dass ich nicht von einer bestimmten Tradition kommen und dass ich nicht daran interessiert bin, eine neue Tradition zu starten. Ich könnte ja auch hierher kommen, euch Yoga unterrichten und dann sagen, das sei ‚Swami-Style-Yoga’. So beginnt eine Tradition. Ich spüre, dass jeder einzigartig ist. Was auch immer Jutta, Yashendu oder ich euch beibringen werden oder was ihr euren Schülern unterrichtet, es wird einzigartig sein. Wir alle haben unsere einzigartige Seele.”

Das neue Jahr mit dem ersten Eintrag im online Tagebuch – 1 Jan 08

Ein neues Jahr hat begonnen. Und es hat gut begonnen, auf der Auffahrt in Schwabmünchen mit Feuerwerk, einem Feuer, um sich aufzuwärmen, ein bisschen Sekt ohne Alkohol und einigen sehr lieben Freunden.
Ich blieb sowieso nicht die ganze Nacht wach, also konnte ich nach dem Aufwachen den 1. Januar bei Tageslicht geniessen, mit Thomas und Iris reden und Spaβ haben.
Es wird wieder ein groβartiges Jahr werden. Und ich freue mich, es voller Liebe und Vertrauen zu beginnen.