Am Montag habe ich euch erzählt, dass ich glaube, man sollte positiv bleiben, selbst wenn etwas passiert ist, wie zum Beispiel der Unfall meines Freundes Govind letzte Woche. Ich glaube wirklich vollkommen daran, dass eine positive Einstellung helfen kann und dass man besonders in solchen Situationen positiv bleiben muss – wenn es für jemand anderen schwierig ist, nicht in ein tiefes Loch der Negativität zu fallen. Leider scheint da nicht jeder zuzustimmen oder dieses Konzept zu verstehen. In der letzten Woche habe ich während meiner Zeit bei Govind im Krankenhaus hierfür mehrmals lebendige Bestätigung erhalten.
Er bekommt Besuch von recht vielen Leuten, die fragen, wie es ihm geht. Während meine Absicht jedoch ist, ihn aufzumuntern und etwas Zeit mit ihm zu verbringen, musste ich mich über einen seiner Verwandten wundern, der zu diesen Bemühungen nicht gerade viel beitrug. Er setzte sich und nachdem er die Geschichte davon gehört hatte, wie der Unfall passiert war, schüttelte er traurig den Kopf mit den Worten ‚Jetzt kannst du also nie wieder rennen und springen!‘ Ich widersprach ihm sofort und erklärte, dass der Arzt nichts dergleichen gesagt hatte, dass er im Gegenteil nach der Operation und einigen Wochen Krankengymnastik wieder so gut laufen würde wie zuvor! Eine weitere Person fragte ihn an einem anderen Tag: ‚Wirst du denn überhaupt wieder laufen können?‘ und bis gestern noch war ein Mann der Meinung ‚Wenn bei der Operation etwas schiefgeht, kann es sein, dass dein Bein jetzt auf immer krumm bleibt!‘
Eine seiner weiblichen Verwandten hörte während ihren Besuchen gar nicht auf zu weinen, bis ich sie schließlich fragte, wie lange sie mit diesem Theater denn weitermachen würde. Ich bin in solchen Angelegenheiten wirklich sehr direkt, weil ich einfach keinen Grund dafür sehe, nun zu weinen – was geschehen ist, ist geschehen und es hilft ihm nicht, wenn du dasitzt und ganze Ozeane von Tränen weinst! Das Einzige, was dadurch geschieht ist, dass jedermanns Stimmung in den Keller sinkt und alle ernst und traurig werden!
Das große Ausmaß der Auswirkung, die sogar jene kleinen Bemerkungen auf meinen Freund hatten, wurde mir klar, als er seinem Kollegen am nächsten Tag sagte ‚Ich weiß nicht, ob ich wirklich jemals wieder arbeiten kann!‘ und sich dabei sorgenvoll sein geschwollenes Bein betrachtete. Ich fragte ihn ‚Bist du denn verrückt? Warum denkst du denn sowas? Du wirst wieder gesund, alles wird wieder in Ordnung sein und du wirst sogar vergessen, dass die das passiert ist! Du wirst dich nur daran erinnern, wenn dir jemand erzählt, dass sich irgendjemand anderes das Bein gebrochen hat. Dann denkst du ‚Oh, ja, das ist mir auch passiert!‘
Als ich das sah, fühlte ich mich in meiner Entscheidung, jeden Tag zu meinem Freund zu kommen, bestätigt. Es ist schön, mehr Zeit mit ihm zu verbringen, als wir normalerweise miteinander haben und noch dazu kann ich ihn etwas aufmuntern und ihm helfen, positiv zu bleiben – und realistisch. Es ist schließlich ‚nur‘ ein gebrochenes Bein. Wir werden diese Zeit überstehen und bald geht es ihm wieder gut.
Darum habe ich eine Bitte an euch alle: Bitte denkt das nächste mal, wenn ihr bei einem Verletzten oder Kranken seid daran, nicht negativ zu sein. Lächle, gib ihm Kraft, sei positiv und gib der Person Hoffnung und Unterstützung. Wenn du deine eigenen Sorgen zeigst – selbst wenn es nicht nur unnötiges Gerede ist, wie in diesem Fall – machst du demjenigen noch mehr Probleme, der ja auch schon mit dem Schmerz zu kämpfen hat!
Wenn du jedoch positiv bleibst, kannst du wie ich gestern sagen: ‚Schau, alles ist gut!‘ Govind hatte gestern seine Operation und alles lief gut. Jetzt braucht sein Bein nur noch etwas Zeit zum Heilen und dann kann er das Gehen wieder üben.
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