Millionen ausgegeben für Formel 1 Autorennen in Indien wo Millionen nichts zu Essen haben – 31 Okt 11

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Nun ist es Montag Morgen nach einem Wochenende an dem die indischen Medien nur über ein einziges Thema berichteten: das erste Formel 1 Rennen in Indien auf der neu angelegten Rennstrecke, dem Buddh International Circuit in Greater Noida, nahe Delhi. In den Zeitungen und Fernsehsendern ist das seit Wochen ein ganz großes Thema. Die Medien waren voll mit Neuigkeiten zur Eröffnung der Rennstrecke, dem Rennen, den internationalen Fahrern und Berühmtheiten wie Sachin Tendulkar oder Michael Schumacher und dem Konzert von Lady Gaga auf der After-Party. Während Bollywood Stars eifrig für diese große Veranstaltung Werbung machten, wunderte ich mich darüber, genau wie viele andere.

Für mich ist es sehr verwunderlich, dass Indien zugestimmt hat, Gastgeber für diese Veranstaltung zu sein. Um diese Rennstrecke zu bauen, die Erste in Indien, wurden 400 Millionen Dollar ausgegeben. Die Straßen zu der Strecke wurden erweitert, darum herum wurde eine schöne, saubere Umgebung angelegt, damit sich Fahrer, internationale Medien und Besucher auf ihrem Besuch in Indien wohlfühlen und grüne, saubere Straßen und eine funktionierende Infrastruktur zu sehen bekommen. Armut und die Zurschaustellung von Reichtum und Luxus liegen direkt nebeneinander. Ich bin nicht der Einzige, der das kritisiert hat. Internationale Medien schreiben darüber, Ramona hat online deutsche Fernsehnachrichten gesehen und ein Freund aus Lüneburg hat mir geschrieben, dass auch seine Lokalzeitung über dieses Thema geschrieben hat. Obwohl also der deutsche Fahrer Sebastian Vettel das Rennen gewonnen hat, sind die deutschen Medien nicht sehr glücklich darüber, dass das Rennen inmitten Indiens Armut stattgefunden hat.

Jetzt sage mir einmal ehrlich, wofür haben wir hier in Indien, in unserem Staat Uttar Pradesh, einem der ärmsten Teile Indiens, eine Rennstrecke gebraucht? Brauchen wir wirklich eine Strecke, auf der Rennwägen mit bis zu 330 Kilometer pro Stunde im Kreis fahren, während man auf den meisten indischen Straßen nicht einmal 100 Stundenkilometer erreicht, weil sie in einem so schlechten Zustand sind? Brauchen wir eine so teure Rennstrecke in einem Land, in dem 65% der Menschen keine Toilette haben? Müssen wir Milliarden Dollar dafür ausgeben, die Reichen ein paar Tage lang zu unterhalten, während pro Minute fünf arme Inder an Hunger sterben? Fast die Hälfte aller indischen Kinder unter fünf sind unterernährt. Was bringt diese Veranstaltung denen, die hungrig und bedürftig sind?

Sie bekommen nichts. Im Gegenteil, die Bauern der Gegend, die gezwungen wurden, ihr Land zu verkaufen, so dass die Rennstrecke gebaut werden konnte, beschweren sich nun, dass sie bei dem Preis betrogen wurden! Sie bekamen einen sehr geringen Preis dafür, dass an diesem Wochenende nun reiche Leute dort Spaß haben.

Natürlich ist es etwas für die Reichen! Der durchschnittliche Inder würde keine 2500 Rupien, also ungefähr 50 Dollar, für das billigste Ticket ausgeben, um zuzusehen, wie Autos im Kreis fahren und die Luft verschmutzen. In ihrem ganzen Leben verdienen sie nicht die $200000, die für die teuersten Plätze verlangt und bezahlt werden. Ich habe meine Meinung zu Autorennen bereits vor einiger Zeit in meinem Tagebuch geschrieben. Neben der Verschmutzung gibt es noch einige andere Gründe, den Sinn eines solchen Rennens in Indien in Frage zu stellen. Indien hat keinerlei Verbindung zu diesen Rennen. Das indische Team, das ‚Force India‘ heißt, hat keinen einzigen indischen Fahrer und keinen indischen Mechaniker! Und die Inder, die sich das Rennen ansehen, waren meistens deshalb dort, weil es in ihren Kreisen als Statussymbol gesehen wird, zu solchen Festlichkeiten zu erscheinen.

Die Medien, die Stars, sie alle drücken ihren Stolz darüber aus, diese Veranstaltung in Indien zu haben, sagen, dass es eine große Errungenschaft ist, dass wir jetzt auf internationaler Ebene sind und dass es die Wirtschaft weiter ankurbeln würde. In Wirklichkeit erhöht es jedoch nur den Abstand zwischen den Reichen und den Armen. Die Reichen werden reicher, während die Armen nichts von dem Gewinn haben, der erzielt wird.

Wenn du nun einwendest, dass unser Staat doch Steuern einnehmen wird, muss ich antworten, dass ich meine Zweifel daran habe, dass die allgemeine Bevölkerung etwas von dem Geld sehen wird. Die Chief Ministerin unseres Staates, Mayawati, hat die Organisatoren von einer Vergnügungssteuer befreit. Diese Befreiung wurde nun vom Obersten Gerichtshof kritisiert. Die Regierung Indiens hat den Antrag auf eine Befreiung für weitere 1 Milliarde Rupien, etwa 20,5 Millionen Dollar, abgelehnt. Der Sportminister sagte, er wusste, er würde nach dieser Ablehnung nicht eingeladen werden.

Selbst wenn sie jedoch durch die Steuern einen größeren Betrag an Geld einnehmen, hilft das Geld trotzdem nicht den Bedürftigen. Vor Kurzem baute die Regierung von U.P. einen riesigen Park und gab dafür 8 Milliarden Rupien aus, etwa 164,5 Millionen Dollar. Natürlich ist ein Park ein schöner Ort für Picknicks und dafür, im Grünen zu sitzen, aber sollten wir uns nicht zuerst einmal um die Grundbedürfnisse unserer Bevölkerung kümmern? Wie soll dieser Park denn den Hungrigen helfen? Sie werden außen um ihn herumstehen und um Hilfe betteln.

Als er auf den krassen Gegensatz von Indiens Armut und den Ausgaben für das Rennen angesprochen wurde, antwortete der Miteigentümer des indischen Teams und Milliardär Vijay Mallya: „Die Regierung tut was sie kann, um sich um die Bedürfnisse der Armen oder der Unterpriviligierten zu kümmern, aber Indien muss weiter fortschreiten.“ Großartig, meint ihr nicht?

In Interviews sagten die internationalen Fahrer bereits, wie sehr sie der Gegensatz entsetzt hat. Wenn sie einen Schritt aus ihrem Hotel machten, mussten sie nur 100 Meter die Straße hinauf oder hinunter blicken, um die Armut Indiens zu erleben. Sie sagten, sie hätten noch nie einen solchen Gegensatz von reich und arm gesehen.

Wir können uns jedoch alle sicher sein, dass keine dieser armen Menschen auf der After-Party zu sehen waren. Ich weiß nicht, wie viel der Eintritt dazu kostete, doch die Preise für das Konzert von Lady Gaga wurden veröffentlicht. Die Zahl der Tickets war auf 1000 begrenzt und jeder der 1000 Anwesenden zahlte 40000 Rupien, ungefähr 800 Dollar.

Jeder mag Unterhaltung und will Spaß haben. Es ist völlig in Ordnung und jeder sollte sein Leben genießen. Da gibt es jedoch eine Grenze, und zwar wenn der Geldbetrag, der für diese Unterhaltung ausgegeben wird, neben den Hungernden und Sterbenden auf der Straße einfach nur empörend it. Der Spaß hat da ein Ende, wo Geld verschwendet wird, während es keine Schulen, sanitären Einrichtungen oder Krankenhäuser gibt. Die Billionäre, die an dieser Veranstaltung beteiligt sind, sollten eher darüber nachdenken, wie sie das Leben der Bedürftigen verbessern können. Ich würde von ihnen erwarten, dass sie mehr an das Wohl der Kinder ihres Landes denken.

References:

India's inaugural F1 race: speeding past the poor
Formula 1 galas and Lady Gaga: against a backdrop of poverty

Image: Red Bull Racing

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