Heute möchte ich euch gerne von einem Treffen im Jahr 2005 erzählen, das der Beginn einer sehr engen Freundschaft war, einer familienähnlichen Beziehung zu zwei sehr lieben Menschen. Vielleicht erinnert ihr euch daran, dass ich eine Frau erwähnte, die ich in einem Restaurant in Mainz kennen gelernt hatte. Sie war zu individuellen Sitzungen gekommen, die ihr auch sehr geholfen haben. Sie hatte ein Baby bekommen und wir waren zu Freunden geworden. Ich war auch schon zuvor bei ihr zu Besuch gewesen und so machte ich auch 2005 einen Halt bei ihr. Sie und ihr Ehemann hatten eine Wohnung in Wiesbaden gekauft und ich war ein paar Tage lang bei ihnen und ihrem Baby.
Immer, wenn wir uns getroffen hatten, hatte sie einen langjährigen Freund von ihr erwähnt, den sie mir gerne vorstellen wollte. Sie wollte ihn immer einladen, hatte aber nie die richtige Zeit gefunden. Sie war sich jedoch sicher, dass wir einander mögen würden – hauptsächlich, weil er eine sehr spirituelle Person war, ein Indien-Fan und besonders indische Musik hatte es ihm angetan. Nun schließich, in ihrer neuen Wohnung, war es der richtige Zeitpunkt für unser Treffen.
Dieser Freund und seine Frau kamen und wir verbrachten eine schöne Zeit miteinander, sprachen über Indien und indische Musik. Er war wirklich ein spirituell interessierter Mann und ein hingebungsvoller Musiker. Wir hatten also eine schöne Zeit zusammen, aber damals dachte ich nicht, dass wir eine so starke Verbindung aufbauen würden.
Er erzählte mir später, in einem Gespräch unter Freunden, dass er vor unserem ersten Treffen etwas vorsichtig, um nicht zu sagen skeptisch, gewesen war. Er war mehrere Male in Indien gewesen und hatte mit unterschiedlichen Gurus und Sekten Erfahrungen gemacht, sowohl in Indien als auch in Europa. Er hatte praktisch alles ausprobiert, was auf dem spirituellen Markt im Angebot war, von den Brahma Kumaris zu ISKCON. Als unsere gemeinsame Freundin über mich gesprochen hatte, hatte er gedacht, ich wäre einfach nur ein weiterer Guru. Als wir uns trafen, merkte er jedoch, dass da etwas anderes war – dass ich nicht nach Anhängern suchte.
Ich für meinen Teil hatte Treffen wie dieses fast jeden Tag mit so vielen Leuten. Da waren immer Leute, die mich treffen wollte, Freunde, Freunde von Freunden, Leute, die ich nur ein bisschen kannte oder auch überhaupt nicht. Viele kamen und bei vielen war es nicht mehr als nur ein Treffen.
Mit diesem beiden jedoch, dem Freund meiner Freundin und seiner Frau, geschieh etwas mehr. Aus einer reinen Bekanntschaft wurde eine Freundschaft. Es ist nicht das erste Treffen, das wichtig ist, es ist das, was danach kommt und besonders in Zeiten, wenn man Veränderungen im Leben durchmacht.
In einer wahren Freundschaft bedeutet eine Änderung der Philosophie nicht das Ende der Freundschaft. Diese zwei Freunde, die ich 2005 in der Wohnung einer gemeinsamen Freundin kennen lernte, sind mit mir und meiner Familie seitdem durch gute und schlechte Zeiten gegangen. Wir haben zusammen gefeiert und auch zusammen geweint. Wir haben stundenlang geredet und haben auch miteinander Stille genossen. Wir haben uns gemeinsam weiter entwickelt, auch dann, als wir körperlich weit voneinander entfernt waren. Und durch das alles wuchs unsere Liebe und Freundschaft.
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