Vor einigen Tagen haben wir eine Email-Anfrage für einen längeren Aufenthalt im Ashram bekommen. Die darauffolgende Unterhaltung jedoch verlief etwas anders als sonst üblich!
Die Dame fragte nach der Möglichkeit und den Kosten, in naher Zukunft mehrere Monate in unserem Ashram zu verbringen. Ramona antwortete, wie sie es immer tut, und gab nicht nur die Kosten weiter, sondern erwähnte auch, dass wir uns sehr freuen würden, sie im Ashram willkommen zu heißen. Am späten Abend des gleichen Tages bekamen wir die Antwort, der genannte Preis übersteige das, was sie zu zahlen bereit sei. In der gleichen Mail fragte sie, ob es denn eine Möglichkeit gäbe, weniger zu zahlen.
Ramona war bereits müde und um in ihrer Email keine Fehler zu machen, beschloss sie am nächsten Morgen zu antworten. Sie wollte ihr Angebot zu machen, jeden Tag etwas mitzuhelfen und so die Kosten zu verringern. Viele Leute, die mit niedrigem Budget reisen, wählen diese Möglichkeit. Als wir jedoch am nächsten Morgen wieder an den Computer kamen, fanden wir eine weitere Mail, die Ramona dazu brachte, ihr nicht zu antworten:
’Hallo Ramona,
ich habe mir euer Ashram und alles was Ihr anbietet nochmals angesehen. Also das ist nicht, dass was ich suche bzw. was meine Seele sucht.
Das was ihr bietet – LUXUS pur, aber so ein Ashram wird mittlerweile auch hier geboten.
ICH BRAUCHE DIESEN LUXUS NICHT!
Dafür werde ich nicht nach Indien reisen.
Liebe Grüße’
Oh, dachten wir, gut, dass du dir unsere Internetseite noch einmal angesehen hast. Wenn du meinst, wir wären dir zu luxuriös, obwohl wir bei weitem kein fünf-Sterne-Hotel sind und auch nicht so viel Geld für Unterkunft und Verpflegung verlangen, so ist es gut, dass du beschlossen hast, nicht zu kommen. Und da du alles andere als höflich bist, ziehen wir es auch vor, dich nicht hier zu haben.
Doch zwei Tage später bekamen wir eine weitere Email dieser Frau. Ihr Ton hatte sich komplett verändert! Sie hatte unsere Volunteer-Seite gefunden, auf der wir genau erklären, was wir auch ihr anbieten wollten – und auf einmal meinte sie, das wäre genau das, wonach sie suchte! Also gab es in der Tat eine Möglichkeit, die Kosten zu senken – das war genau das, was sie brauchte!
Wir antworteten ihr sehr höflich, dass sogar unsere freiwilligen Helfer in unseren klimatisierten und im Winter geheizten Zimmern unterkommen, dass sie für sie unbedenkliches Mineralwasser bekommen, hygienisches, vegetarisches, Ayurvedisches Essen und saubere Betten und Badezimmer. Und da sie diesen Luxus nicht brauchte und dafür nicht nach Indien kommen wollte, wäre unser Ort für sie sowieso nicht der Richtige gewesen. In Indien könnte man viele Orte finden, die viel weniger luxuriös sind als unserer! Am Ende wünschten wir ihr noch viel Erfolg auf der Suche nach dem, was sie sich vorstellte.
Und die Moral von der Geschicht‘: unhöflich ist man besser nicht!
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