Ich habe bereits erwähnt, dass nach meinen Reisen auf der ganzen Welt die Leute auch anfingen, auf ihren Reisen in Indien den Ashram zu besuchen. Manche von ihnen hatten ihre Reise nach Indien sowieso schon geplant und freuten sich, einen Ort zu haben, wo sie jemanden kannten. Anderen machte die Begegnung mit mir Mut, sich zu trauen, ins ferne Indien zu reisen – und im Ashram mit dem Abenteuer zu beginnen. Ich kann mich gut daran erinnern, dass uns 2004 mehrere Leute besuchen kamen, darunter auch eine Freundin, die ich in Deutschland kennen gelernt hatte, als ich das erste Mal in Köln war.
Sie kam und genau wie ich mich gut mit ihr verstanden hatte, verstanden sich auch meine Brüder und meine Schwester gut mit ihr und als sie sagte, dass sie gerne eine Reise in das Himalayagebirge machen wollte, bot mein jüngerer Bruder Yashendu an, mitzufahren, ihr zu helfen, sich die Gegend anzusehen und ihr ein paar schöne Orte zu zeigen, an denen er schon einmal gewesen war. Unser zweiter Gast zu der Zeit, ein Mann, den ich auch auf meinen Reisen kennen gelernt hatte, beschloss sich ihnen anzuschließen.
Sie fuhren los mit dicker Winterkleidung und extra Decken im Auto, falls sie in kalte Berggegenden kommen sollten, in denen die Decken der Gasthäuser nicht mehr ausreichend warm hatlen würden. Ich wusste, dass mein jüngerer Bruder in Indien viel gereist war und alleine gut zurechtkam – und auch mit zwei Mitreisenden. Wir blieben trotzdem per Telefon in Kontakt und so wussten wir, wo die Reisenden waren, dass alles in Ordnung war und dass sie ihre Freude an der Reise hatten.
Als sie zurückkamen, waren sie von den langen Fahrten etwas erschöpft aber glücklich und voller schöner Eindrücke. Als Yashendu, Purnendu und ich im Ashram wieder vereint beisammen saßen, erzählte Yashendu uns von den Erlebnissen ihrer Reise und fügte hinzu, dass er mit unserem männlichen Gast eine sehr seltsame Unterhaltung geführt hatte.
Yashendu hatte auf der gnanzen Reise das Gefühl gehabt, dass unser Freund an unserer Freundin Interesse hatte. Es muss für ihn, den Dritten im Bunde, jedoch auch sehr offensichtlich gewesen sein, dass da von der anderen Seite überhaupt kein Interesse bestand. Also saßen sie eines Tages in einem Gasthaus, ruhten sich aus und genossen die großartige Aussicht auf die Berge um sie herum, als der Europäer eine Unterhaltung begann:
“ Was würdest du tun, wenn eine Frau deinen Annäherungsversuch zurückweist?“
Yashendu fragte sich, was er denn darauf antworten sollte, da sich das so ganz offensichtlich auf die persönliche Erfahrung des Mannes bezog. Er sagte schließlich „Ich glaube, ich würde gar nicht erst in eine solche Situation geraten. Ich würde mich einer Frau auf diese Weise nur nähern, wenn ich das starke Gefühl hätte, dass ich eine positive Antwort bekommen würde!“
“Aber was wenn?” hakte der andere nach.
Yashendu sah, wie unsere deutsche Freundin das Gesicht verzog und antwortete diplomatisch “Naja, ich nehme einmal an, ich würde einfach nur eine Freundschaft beibehalten!“
Der Mann konnte dem nicht zustimmen “Nein, ich glaube, das ist nicht das Richtige, ich würde es nochmal probieren!“
An diesem Punkt unterbrach die deutsche Frau die Unterhaltung plötzlich mit einer sehr klaren Meinung: „Ich stimme Yashendu voll und ganz zu!“
Wir Brüder lachten herzlich über Yashendus Geschichte und soweit ich weiß, war das das Ende der Annäherungsversuche dieses Mannes an unsere deutsche Freundin.
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