Ich habe beschlossen, nun jeden Sonntag etwas von meinem Privatleben zu erzählen. Nicht der Reihe nach, nicht immer, was gerade in der letzten Woche geschehen ist, aber über das, was vor sich geht, was mich bewegt und bewegt hat und über meine Gefühle. Heute möchte ich über eine Vorliebe im Urlaub schreiben: im Urlaub möchte ich gerne in einem Hotel übernachten, nicht bei einem Freund daheim.
Das habe ich neulich Freunden erklärt, die wir in Amritsar besuchten. Wir haben zwei Abende bei ihnen verbracht und es war wirklich richtig nett. Als die Dame des Hauses meinte, wir sollten das nächste Mal doch bei ihnen wohnen anstatt zum Schlafen ins Hotel zu gehen, antwortete ich ihr genau das: wenn ich im Urlaub bin, bin ich wirklich lieber mit meiner Frau und Tochter allein.
Das hört sich jetzt vielleicht seltsam an, da ihr ja immer gelesen habt, wie schnell ich Freundschaften schließe, die Menschen zu mir nach Hause einlade und sie hier mit Freude und Liebe willkommen heiße. Das genau ist es jedoch: wir sind immer unter Menschen. Wir leben natürlich in einer Großfamilie, aber das ist nicht das, was ich meine: außer meinen Brüdern, meinem Vater, meiner Großmutter und den Kindern, sind da immer unsere Mitarbeiter, Schulkinder und auch Ashrambesucher um uns herum.
Wir haben das ganze Jahr über Gäste und meistens kennen wir sie vorher nicht. Wir gewöhnen uns aneinander, wir lernen einander kennen und natürlich richtet sich auch unser Privatleben ein bisschen danach. Und wir lieben es, wirklich, wir alle.
Wenn ich jedoch in den Urlaub fahre, sieht es für mich etwas anders aus. Ich möchte nicht bei jemandem im Haus wohnen und auf die Gefühle anderer achten, wenn ich mal den Arm um meine Frau lege. Oder mit jedem absprechen, wann sie aufstehen, wann das Badezimmer frei ist und so weiter. Ich habe da lieber ein Hotelzimmer, so dass ich dann nicht auf Menschen um mich herum achten muss.
Jetzt versteht mich nicht falsch, auch, als wir dieses Mal in Amritsar waren und immer, wenn wir zuvor auf diese Weise im Urlaub waren, haben wir uns mit Freunden in der Umgebung getroffen. Wir haben mit ihnen Zeit verbracht, haben Abendessen aus der Hand liebevoller Freunde genossen und stundenlang geredet. Das war toll – aber trotzdem haben Ramona, Apra und ich auch unsere Zeit im Hotel genossen, einfach nur miteinander.
Seid also bitte nicht überrascht und fühlt euch bitte nicht beleidigt, wenn ich in eure Stadt komme, aber nicht bei euch daheim übernachte – ich treffe mich sehr gerne mit euch, wohne aber lieber im Hotel!
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