Nach einer fröhlichen Holi Feier mit einem neuen Familienmitglied, Purnendus Frau, holte ich meinen Koffer wieder aus und begann meine Europa-Tour 2003. Wie es mir bereits zur Gewohnheit geworden war, ging ich erst nach London. Ich hatte dort mehrere Kontakte und so wartete bereits einiges an Programm für mich in den Häusern verschiedener indischer Familien.
Das letzte Mal, als ich dort war, hatte mich jemand gebeten, eine bestimmte Mala aus Indien mitzubringen. Ich hatte nicht weiter darüber nachgedacht, sondern die Mala mitgebracht. Als ich dieses Mal dort war, war diese Person nicht da. Er kam überhaupt nicht zu meinen Programmen und ich hatte die Hoffnung aufgegeben, dass ich sie ihm geben könnte.
Einer der Verwandten meines Gastgebers sah, dass ich die Mala hatte und fragte, wie viel es ihn kosten würde, sie zu kaufen. Ich sagte ihm, was ich dafür gezahlt hatte. Er erwiderte, dass er im Augenblick kein Geld bei sich hatte, die Mala aber haben wollte und mir später das Geld dafür geben wollte.
Am nächsten Tag sprach mich jedoch mein Gastgeber an. Sein Verwandter hatte sich offensichtlich bei ihm beschwert, dass ich für die Mala Geld haben wollte. Er fragte mich, warum ich bei ihm zu Hause Dinge verkaufte. Ich war überrascht das zu hören und versuchte, ihm die Situation zu erklären. Ich hatte etwas aus Indien mitbringen sollen. Es war wie eine Bestellung gewesen und ich hatte zugestimmte, dafür den Kurierdienst zu spielen. Derjenige, der mich gebeten hatte, die Mala mitzubringen, war jedoch nicht erschienen. Als mich also jemand anderes fragte, wie viel sie gekostet hatte, sagte ich die Wahrheit. Was war das Problem?
Mein Gastgeber sah das jedoch nicht so. Er argumentierte weiter, dass ich seinen Verwandten nicht um Geld hätte fragen sollen. Ich kannte diesen Mann jedoch gar nicht, warum sollte ich ihm etwas schenken? Ich wollte keinen Gewinn machen, ich sagte ihm nur, was ich dafür gezahlt hatte! Mein Gastgeber war der Meinung, ich hätte ihm die Mala schenken sollen. Er sagte ‚Ich denke meine Rolle mit dir ist vorbei‘.
Ich war geschockt, diese Worte zu hören. Er meinte offensichtlich, dass er mit mir nichts mehr zu tun haben wollte und in Zukunft nicht mehr wollte, dass ich in seinem Haus Vorträge gab oder Zeremonien und Rituale durchführte. Und das alles wegen ein paar Pfund? Weil ich nicht jemandem etwas schenken wollte, den ich nicht einmal kannte?
Diese Reaktion enttäuschte mich sehr. Die Familie war sehr hingebungsvoll gewesen und hatte mich sehr geliebt und respektiert, weil sie mich als Guru sahen. Man kann also an einem Tag respektiert werden und sehr heilig sein und am nächsten Tag ändern sie ihre Meinung und dann bist du ein Niemand. Für diese Veränderung ist noch nicht einmal ein großer Grund nötig. Es kann ganz schnell passieren und sogar ganz ohne Grund. Die Liebe und der Respekt solcher Menschen verschwindet ganz schnell. Das war für mich eine große Lektion und bestätigte mich in der Vorstellung, dass diese Rolle des Guru nicht gut war, nicht einmal in London, wo es mir etwas entspannter erschienen war als in Indien.
Meine Verbindung zu diesem Mann riss wegen diesem Vorfall nicht völlig ab. Er kam auch später noch zu meinen Vorträgen, aber ich hatte daruas etwas gelernt. Das Gespräch blieb mir im Kopf und im Herzen und ich dachte, es sei besser, mich von solchen Programmen und Situationen zurückzuziehen, in denen die Menschen einen so hoch stellten und ohne Grenzen bewunderten. Sie lassen dich genauso schnell auch wieder fallen.
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