Unfälle, Hochzeiten, Todesfälle und andere Gründe warum Inder ihr Wort nicht halten – 24 Jan 16

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Ich habe von mehreren internationalen Freunden, die in verschiedenen Industrien beschäftigt sind, dass sie mit Indien keine Geschäfte machen – weil es einfach zu schwierig ist! Die Leute hier halten ihr Wort nicht, lügen und arbeiten nicht ordentlich, wenn man sie nicht eng überwacht. Da wir selbst hier in Indien leben, haben wir unsere eigenen Erfahrungen hiermit gemacht – und eine weitere davon gerade kürzlich!

Vielleicht erinnert ihr euch daran, dass ich euch von Schwierigkeiten mit dem Bambus-Bauleiter und den Arbeitern erzählt habe. Während dieses Problem gelöst war, als wir gute Handwerker fanden und beschlossen, direkt mit ihnen zu arbeiten und nicht über einen Bauleiter, hatten wir ein weiteres Problem: wir brauchten mehr Material, mit dem sie würden arbeiten können!

Wir hatten bereits einen großen Lastwagen voller Bambus gekauft und das war für den Anfang auch genug. Wir dachten, es wäre wahrscheinlich sogar genug für das ganze Erdgeschoss – aber wir wussten auch, dass wir für Außen und auch oben noch mehr Bambus-Stangen und auch Bambus-Spanplatten brauchen würden.

Also setzten wir uns in Kontakt mit einer Firma im Osten Indiens, die solche Bambus-Spanplatten herstellt. Ich hatte ein nettes Gespräch und der Manager der Firma kam auf einer Geschäftsreise sogar in Vrindavan vorbei, sah sich an, was wir brauchten und errechnete, wie viele dieser Platten wir wohl bestellen mussten. Als ich ihm unserer Bambus-Stangen zeigte und fragte, ob er einen Ort in der Nähe seiner Firma kannte, wo wir behandelten Bambus finden würden, hatte er die Idee, selbst mit deiner Firma in das Geschäft des behandelten Bambus einzusteigen.

Das war super: sie würden eine solche Anlage installieren und wir wären dazu in der Lage, Bambus direkt von ihnen zu bekommen, behandelt und bis vor die Ashram-Tür gebracht! Der Manager meinte, er würde zurückfahren, gleich die Anlage kaufen, installieren lassen und mir genau sagen, was die Kosten für den Bambus sein würden. Das war im Oktober.

Naja und dann betraten wir das Reich der indischen Ausreden für Verspätungen. Diese Ausreden reichten von Krankheit des Managers selbst, dem Unfal eines Verwandten über eine Hochzeit in der Familie bis schließlich zum Tod eines engen Familienmitglieds!

Irgendwann schließlich sagte er, sie hätten die Anlage gekauft. Von Deutschland aus telefonierte ich mit ihm und bat ihn um einen Kostenvoranschlag – aber die Anlage war noch nicht installiert! Jedes Mal wurde mir am Telefon gesagt, es wäre alles in einer Woche soweit. Nur noch eine Woche!

Am Ende meinte der Manager, er würde persönlich zu dem Ort reisen, wo die Anlage installiert werden sollte und ich sagte ihm, ich würde ihn dort treffen. Nachdem Ramona und ich unsere Flüge gebucht hatten, nachdem der Manager mit dem Inhaber der Firma selbst dort angelangt war, bekamen wir gestern einen Anruf:

‘Es tut mir leid, aber wir haben beschlossen, diese Anlage hier nicht zu installieren!‘

Sie hätten das Gleiche doch auch bereits im Oktober oder November sagen können! Ich verstehe einfach nicht, warum sie meine Zeit und Energie verschwendet haben! Ich kann meinen Freunden nun definitiv glauben, dass es keinen Spaß macht, mit solchen Leuten zu handeln und dazu noch aus dem Ausland! Nein danke, da kaufe ich meinen Bambus nun woanders.

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