Sex, Drogen und Amsterdam – 23 Dez 12

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Während Yashendu 2005 in Köln seine Angina auskurierte, reiste ich weiter, um meine Programme zu geben und kam so auch nach Amsterdam. Ich war bereits 2004 in der Hauptstadt der Niederlande gewesen und während mir meine Arbeit dort auch Freude bereitete, kam ich nach mehreren Besuchen zu folgendem Schluss: Das ist eine Stadt, in der ich ein paar Tage verbringen kann, vielleicht eine Woche, aber nicht viel länger – die Stadt ist einfach nur zur verrückt!

Meine Kontaktperson und Organisatorin war eine junge Frau aus Edinburgh, die zur Zeit in Amsterdam wohnte. Sie hatte nicht kommen können, als ich in Schottland Vorträge gab und so hatte sie mich per Email angeschrieben und gefragt, ob ich nicht nach Amsterdam kommen und dort Programm veranstalten wollte, sie würde für mich organisieren. Wir legten ein Datum fest und ich war bereit, sie zu besuchen!

Diese Stadt hat wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich war zuvor von Freunden ‚gewarnt‘ worden, die manchmal im Spaß und manchmal ernsthafter von den Besonderheiten Amsterdams erzählten. Einer von ihnen sagte im Spaß, dass Amsterdam ‚der zivilisierteste Ort der Welt‘ sei. Offen, wie ich üblicherweise bin, ging ich hin und sah mir die Stadt selbst an.

Meine Organisatorin und ihre Freunde zeigten mir die Stadt. Zuerst hatte ich den Eindruck, es wäre ein bisschen wie Indien – Bettler saßen auf den Straßen und hatten nichts zu tun, manche von ihnen starrten in den Himmel, andere redeten mit sich selbst, vielleicht ein bisschen verrückt oder auch auf Drogen. Als ich jedoch genauer hinsah, merkte ich, dass sie letzteres waren – auf Drogen. Sie bettelten nicht, sie waren high oder vielleicht betrunken. Sie saßen einfach da auf der Straße. Naja, ich dachte, es war etwas seltsam, aber dann wurde mir erzählt, dass Marihuana dort einfach legal war und dass sogar Touristen für diesen Zweck nach Amsterdam kamen!

Meine Unterkunft war auch in einem sehr interessanten Stadtteil. Vom Bahnhof aus mussten wir nicht weit laufen – die Freundin meiner Organisatorin, bei der ich wohnte, hatte eine Wohnung in der Nähe des Rotlichtviertels. Also liefen wir gerade durch diesen Bezirk und meine Organisatorin erzählte mir mehr über die Prostitution dort und sagte, dass es alles legal war. Ich erinnere mich noch, wie sie sagte ‚Weißt du, sie sind eigentlich ganz so wie du und ich!‘ und sie erzählte mir von Leuten, die einen ganz normalen Beruf hatten und das als Nebenjob machten, um etwas Geld extra zu verdienen. Als wir um die Ecke bogen, war da ein Haus, das wie ein Geschäft aussah, mit einem großen Schaufenster. Ausgestellt war jedoch weder Kleidung noch Mobiliar – in den Fenstern standen halb-nackte Frauen und warteten auf Kunden. Manche hatten einen Vorhang vor ihrem Teil des Fensters und ein rotes Licht war an. Ich war nicht mehr sehr neu im Westen und hatte viele Geschichten über Amsterdam gehört, aber natürlich war ich neugierig. Ich glaube, ich habe viele Fragen gestellt dazu, wie es alles funktionierte, ob die Leute denn glücklich waren und so weiter.

Ansonsten schien Amsterdam jedoch eine sehr schöne Stadt zu sein und das hauptsächlich wegen dem Wasser überall! Man konnte mit den Wasserkanälen überall hin kommen und an einem Tag nahm uns ein Freund meiner Organisatorin auf seinem Boot mit auf eine Tour durch die Stadt. Vom Boot aus sah ich ganz Amsterdam und das gefiel mir wirklich sehr. In der Zeit konnte ich diese besondere Anziehungskraft verstehen, die Amsterdam auf viele Leute hatte.

Es war ein ganz anderer Eindruck Europas und 2005 konnte ich diesen auch mit Yashendu teilen, der sich mir dort anschloss, sobald er sich von seiner Krankheit erholt hatte. Ich hatte bereits Jahre auf Reisen in Europa verbracht, aber für ihn, der gerade ganz frisch aus Indien kam, war es ein großer Kulturschock.

Alles in allem jedoch beschloss ich wie gesagt, dass das für mich keine Stadt war, in der ich lange Zeitabschnitte verbringen konnte. Die Stadt ist sehr verrückt, stark, viel los – aber es ist in Ordnung, hin und wieder für ein Wochenende oder eine Woche hinzufahren, wenn man mal etwas anderes sheen will, als man das für gewöhnlich tut.

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