Man reißt mir einen Teil meines Körpers raus. Gewaltsam und blutig.
Doch ich spüre nichts.
Ein Einwand ist unmöglich – meine Zunge ist wie taub, gelähmt, unfähig, mehr als undeutliche Laute hervorzubringen.
Ich lasse es über mich ergehen. Ich füge mich in mein Schicksal.
Selbst beim Knirschen der Maschinen auf meinen Knochen, beim Reißen meines Fleisches bleibe ich ruhig. Ein Wimpernschlag, vielleicht ein Zucken mit der Hand, sonst nichts.
Über mir sehe ich ein Licht. Es blendet, so hell, dass der Rest des Raums undeutliche Schatten sind. Gar nicht einladend. Das kann nicht das Ende sein!
Dann auf einmal richtet sich mein Oberkörper auf. Ich blicke hinunter auf das, was einmal ein Teil von mir war.
Zwei Stücke, wie Knochen, vier weiße Beine, verdreht und krumm, gebrochen.
Ich spüre das Fehlen, wie ein Loch in meinem Fleisch. Spuren sind geblieben.
Tschüß, meine Weißheitszähne, ein Abschied auf immer!
🙂
Autor dieses Textes: meine Frau Ramona. Geschrieben nicht lange nach der kleinen Operation, in der ihre unteren zwei Weisheitszähne entfernt wurden. Keine Sorge, es geht ihr gut und sie ist über den Verlust bereits hinweg. 🙂
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