Mein Freund hatte einen Flug am Morgen von Delhi zurück nach Deutschland und er zog es vor, nicht in der Nacht zu fahren, also fuhren wir am Nachmittag los nach Delhi. Es war so geplant, dass mein Freund, Yashendu und ich in einem Hotel übernachten und dann in der Früh zum Flughafen fahren würden, wo wir uns dann verabschieden wollten.
Wir fuhren am Nachmittag in Vrindavan los und kamen in Delhi an, als es gerade dunkel wurde. Als wir dem Hotel näher kamen, bekam ich einen Anruf. Ich erfuhr, dass einer meiner Freunde gestorben war.
Er war erst etwas über vierzig, hatte eine Frau und drei junge Kinder. Er hatte einen Herzanfall gehabt und war plötzlich gestorben, ein Schock für alle, die ihn gekannt hatten. Seine Familie lebte in Bhiwani, 125 Kilometer von Delhi im indischen Staat Haryana. Seine Verwandten aus Bombay hatten mich angerufen und mir gesagt, dass sie in dem Augenblick selbst auf dem Weg zum Flughafen waren, um ein Flugzeug nach Delhi zu bekommen. Sie fragten mich, ob ich sie abholen könnte und wir beschlossen, danach gemeinsam nach Bhiwani weiter zu fahren.
Nachdem das Gespräch beendet war, gab ich meinem Bruder und auch meinem deutschen Freund die traurige Nachricht weiter. Natürlich verstand mein Freund, dass Yashendu und ich zur Beerdigung meines Freundes gehen mussten. Wir brachten ihn zum Hotel und verabschiedeten uns dort voneinander.
Yashendu und ich fuhren daraufhin weiter zum Flughafen, wo wir die Familie aus Bombay abholten. Von dort fuhren wir weiter nach Bhiwani und kamen dort am frühen Morgen, gegen 3 Uhr an. Die Familie war natürlich wach, in Trauer und Schock. Er hatte mit seiner Frau, seinen drei jungen Kindern und seiner alten Mutter gelebt. Einige Bekannte und Freunde waren zum Trauern bereits zusammen gekommen.
Es war seltsam, in dem Haus zu sitzen, in das ich auch zuvor eingeladen gewesen war, als sie einzogen, und nun seinen Leichnam dort liegen zu sehen. Ich erkannte, wie plötzlich Dinge geschehen und alles völlig verändern konnten.
Er war ein guter Freund gewesen und ich hatte ihn acht oder neun Jahre gekannt. Er war schon oft im Ashram gewesen und hatte mich auch in anderen Städten im Land besucht. Erinnerungen unserer Zeit zusammen tauchten auf. Er war ein netter und fröhlicher Mann gewesen und wir hatten viel miteinander gelacht. Ich glaube, jeder, der da im Raum saß hatte ähnliche Gedanken, wie wir da alle auf weitere Verwandten aus anderen Städten und auf den Sonnenaufgang warteten.
Als die Sonne schließlich am Horizont aufging, machten wir uns auf und trugen seinen Leichnam zur Verbrennungsstelle. Wir verbrannten ihn nach Hindu Brauch mit allen notwendigen Gebeten und besten Wünschen für seine Seele.
Am gleichen Tag kehrten Yashendu und ich zurück nach Vrindavan.
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