Letzte Woche habe ich euch erzählt, dass ich zwischendurch nie Snacks aß, sondern nur volle Mahlzeiten zu mir nahm. Ich koche mein Essen auf meinen Reisen sowieso immer gerne selbst und liebe Essen generell, also teilte ich diese Freude auch gern mit anderen. Ich hatte meine Gewürze immer dabei, kochte und versorgte meine Gastgeber so gleich mit, denen das indische Essen normalerweise immer sehr gut schmeckte.
Wenn ich bei Indern wohnte, kochte nomralerweise die Frau des Hauses und freute sich, wenn mir das Essen, das sie gekocht hatte, schmeckte. Natürlich kochten sie indisch, aber manchmal mussten sogar sie ihre Rezepte etwas abändern – weil ich in meinem Leben noch nie scharfes Essen gegessen hatte! Immer, wenn auch nur ein bisschen Chilli im Essen ist, brennt mir der ganze Mund und ich muss eine halbe Schüssel Joghurt essen, um meine Zunge wieder zu beruhigen. Ich bin scharfes Essen einfach nicht gewöhnt, obwohl indisches Essen normalerweise mit viel Chilli zubereitet wird! Meine Gastgeber taten jedoch immer ihr Bestes, um meine Geschmacksnerven zu bewahren und meistens habe ich das Essen wirklich genossen.
Wenn ich jedoch nicht bei Westlern wohnte, kam ein ganz anderes Problem auf. Natürlich hatten auch meine westlichen Gastgeber den Wunsch, mich zu einem Abendessen einzuladen, anstatt in ihrem eigenen Haus das zu essen, was ich in ihrer Kücht gekocht hatte. Besonders mit meiner Beinverletzung 2004 bekam ich jede Menge Essenseinladungen – aber ich nahm diese immer nur mit Vorsicht an, weil ich immer erst erklären musste, was ich nicht würde essen können: als strenger Vegetarier, der nicht nur kein Fleisch und keinen Fisch aß, sondern auch kein Ei, hielt ich mich zusätzlich an eine yogische Ernährung und aß nicht nur kein Chilli, sondern auch keine Zwiebeln und keinen Knoblauch.
Viele Leute sagten mir, dass die westliche, vegetarische Küche würde dann nicht mehr viele leckere Möglichkeiten für mich hätte – und besonders die süßen Gerichte bestünden meistens aus Ei. Doch ich war immer bei wundervollen Gastgebern und sie halfen mir oft einfach nur damit, das Essen auf indische Weise zuzubereiten. Manche von ihnen fanden jedoch ein paar Gerichte, die sie für mich kochen konnten.
Mir wurde Pasta angeboten – aber obwohl ich es in den darauffolgenden Jahren immer wieder probiert hatte, schmeckten mir Nudeln nie wirklich. Ihre Beschaffenheit, dieses Gefühl, dass deine Zähne etwas zusammenkleben, jedes Mal, wenn du draufbeißt und so, wie sich die Pasta in deinem Mund anfühlt, wenn du sie kaust ist nicht etwas, was ich mag.
Mir sagte einmal jemand, dass er Abendessen machen würde und als ich fragte, was es geben würde, sagte er ‚Einen leckeren, großen Salat!‘ ich sah ihn mir an, wartete auf mehr, aber das war’s! Er fuhr nicht fort mir ‚und gebratenes Gemüse‘ oder irgendetwas ähnlichem! Ich fragte ‚Das war’s? Nichts weiter?‘ Ich konnte es einfach nicht glauben, weil ich eine Mahlzeit gewöhnt war, die mindestens aus Reis, Linsen und einem Gemüsegericht besteht. Dazu aß ich normalerweise etwas Brot und Joghurt. Wie kann man seinen Magen nur mit Salar füllen? Obwohl ich Salat gerne als Beilage esse, könnte ich kein Abendessen ohne auch nur ein einziges warmes Gericht haben!
Schließlich fand ich jedoch ein Gericht, das ich mochte und es war auch italienisch: Pizza. Doch nicht so, wie die meisten Leute Pizza essen, mit einer oder zwei Zutaten als Belag. Ich mag Pizza mit ganz vielen gemischten Gemüsesorten drauf – so fühlt es sich für mich nach einer ganzen Mahlzeit an!
Und während Pizza das eine Gericht im Westen ist, dass die Leute mit der Hand essen, ist es das eine Gericht, für das ich zum ersten Mal mein Glück mit Messer und Gabel versucht habe. Ich brauchte etwas Übung, aber irgendwann schaffte ich es, diese Instrumente ordentlich zu verwenden und bis heute mag ich es, dieses eine Gericht mit Messer und Gabel zu essen.
Related posts
Als mein Vater lebte… und doch nicht meiner war
Meine Beziehung zu meinem Vater
Neues Kapitel im Leben, Herausforderungen und Lektionen
Sexuell missbrauchte elfjährige Schwester und mein Schuldgefühl, dass ich sie nicht retten konnte!
Ich wurde von meiner Familie in Indien in den Rücken gestochen
Herausforderungen mit überwältigender Resonanz auf Ammaji’s Restaurant – 1 Mai 16
Mein Tag als Kellner – 24 Apr 16
Ramonas erster Geburtstag als Restaurant-Besitzerin – 20 Mär 16

