Meine Flucht aus der tantrischen Umklammerung einer Pole-Tänzerin – 1 Sep 13

Stadt:
Vrindavan
Land:
Indien

Letzte Woche habt ihr gelesen, wie ich beschloss, dass ich nicht bei meiner Organisatorin in Australien bleiben würde, weil sie für meine Arbeit genauso Werbung machte, wie sie es für ihre tat – mit dem Label ‚Tantra‘, zusammen mit all den sexuellen Assoziationen, die es im Westen für dieses Wort üblicherweise gibt. Ich hatte beschlossen, dass ich mit dieser Frau nicht mehr zusammenarbeiten konnte, doch das verursachte einen emotionalen Aufruhr in mir. Wo sollte ich in diesem Land hingehen, wo ich nur einmal zuvor war und wo ich niemanden kannte?

An dem Abend, an dem ich ihr Telefonat mit ihrem Kunden mithörte, war ich ziemlich aufgebracht. Danach musste ich einfach mit meiner Familie telefonieren und rief in Indien an, um mit meiner Familie über die Situation zu sprechen. Ich erinnere mich, dass ich sogar weinte und meinem jüngeren Bruder erzählte, dass ich einfach nur da weg wollte! Ich wollte dort nicht arbeiten, es war nicht der richtige Ort, die Organisatorin nicht die richtige Person und die Kunden wahrscheinlich voll solcher Erwartungen, die ich in keinem Fall erfüllen könnte!

Nach dem Gespräch mit meiner Familie fühlte ich mich besser und meine Brüder hatten mir auch einen vernünftigen Rat gegeben: Ich hatte einen Flug nach Gold Coast gebucht, wo ich in nicht ganz einer Woche mein nächstes Programm haben würde. Wenn ich also das Zentrum dieser Frau am nächsten Morgen verlassen würde, müsste ich nur weitere vier Tage rumbringen, bis ich am Flughafen sein müsste. Für diese kurze Zeit könnte ich mir genauso gut ein Hotel nehmen und die Tage einfach dort verbringen, wenn ich wirklich niemanden finden würde, bei dem ich übernachten könnte.

Bei meinem vorigen Besuch in Australien, war ich in einer ganz anderen Gegend gewesen und kannte deshalb dort, wo ich nun war niemanden, aber ich hatte eine Chat-Bekanntschaft, von der ich glaubte, dass sie in der Nähe wohnte. Also rief ich diese Frau an, mit der ich bis zu dem Zeitpunkt nur einige Chatnachrichten ausgetauscht hatte und bat sie um Unterstützung in meiner schwierigen Situation. Ich erklärte nicht alles, sondern sagte ihr nur, dass ich mich nicht wohlfühlte und von dort wegmusste. Ob sie mich denn abholen könnte und ich einfach ein paar Tage bei ihr bleiben könnte?

Ich war so froh, als sie sagte ‘Ja, natürlich! Mach dir keine Sorgen, ich wohne eineinhalb Stunden weit weg und komme dich dann morgen abholen! Ich habe ein kleines Haus und zwei Kinder, aber du kannst so lange bei uns bleiben, wie du willst!‘ Ich versicherte ihr, dass es nur für vier Tage wäre und sprach ihr meinen tiefsten Dank aus.

Nach dieser Vereinbarung kam ich nochmals aus meinem Zimmer und sah, dass meine Organisatorin immer noch wach war. Ich sagte ihr, dass ich den geplanten Workshop und die Sitzungen nicht würde machen können und dass ich stattdessen am nächsten Tag abreisen würde.

Ich versuchte mein Bestes, ihr ganz ruhig zu erklären, dass ihre und meine Vorstellungen und Wege sich zu sehr voneinander unterschieden. Ich wollte nicht, dass sie mein ‚Manager für ganz Australien‘ würde und ich hatte absolut gar nichts mit dem zu tun, wie sie normal arbeitete, wollte nicht mit den ‚tantrischen‘ Workshops und anderen Angeboten in Verbindung gebracht werden, die solche Leute normalerweise anbieten.

Am nächsten Morgen kam meine Bekannte, ich verabschiedete mich von meiner Organisatorin und setzte mich ins Auto. Ich hatte mich noch nie besser gefühlt, einen Ort verlassen zu können! Auf dem Weg sprudelte die ganze Geschichte aus mir raus und ich erklärte dieser Frau, warum ich so plötzlich ihre Hilfe gebraucht hatte.

Ja, ich werde mich definitive an diese ehemalige Pole-Tänzerin erinnern, die zu einer tantrischen Yogini geworden war. Ich hatte gelernt, dass ich mich vor einem Programm bemühen sollte, etwas über die Organisatoren herauszufinden – vielleicht könnte ich solche Situationen auf diese Weise in Zukunft vermeiden!

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