Wenn ich in Deutschland Organisatoren hatte, wohnte ich normalerweise bei ihnen und ihrer Familie. 2004 arrangierte ein Organisator zum ersten Mal eine ganze Wohnung für mich, um dort zu wohnen und zu arbeiten. Es war die Wohnung einer Freundin von ihr, die mit ihrem Freund im Urlaub war und zugestimmt hatte, dass ich in der zwischenzeit dort wohnen konnte.
Ich war damals sehr beschäftigt, gab Einzelsitzungen und Beratungen und den ganzen Tag lang kamen Leute in die Wohnung, um mich dort zu treffen. Am Abend jedoch, wenn der Letzte gegangen war und ich mit dem Kochen anfing, war ich ganz allein. Ich erinnerte mich an die Zeit, als ich allein in der Wohnung meines Freundes in Itzehoe war und Heimweh hatte. Ich war es einfach nicht gewohnt, allein zu sein und besonders nicht, allein zu essen. Vielleicht lacht ihr jetzt, weil ihr an die drei Jahre denkt, die ich in der Höhle verbracht hatte, ganz allein mit niemandem, der mir Gesellschaft geleistet hätte. Das war jedoch etwas anderes, ich war in einem ganz anderen Geisteszustand, in deiner langen Meditation, in der ich mich nicht als allein betrachtete. In dieser Wohnung jedoch merkte ich das.
Darum fragte ich bereits am zweiten oder dritten Tag dort die letzte Frau, die zur Sitzung dagewesen war, ob sie nicht zum Abendessen bleiben wollte. Sie stimmte zu und wir fingen gemeinsam an zu kochen. Wir unterhielten uns, sie stellte mir fragen zu Indien und erzählte mir von sich selbst. Wir aßen zusammen zu Abend und hatten einen schönen Abend. Am nächsten Tag machte ich das Gleiche wieder nach meinem letzten Termin. Täglich fragte ich den Letzten, ob er oder sie Lust auf ein indisches Abendessen hätte. Natürlich hatte derjenige manchmal schon etwas vor oder einen Termin, aber die meisten Leute akzeptierten die Einladung.
Nach ein paar Tagen wussen mehrere Menschen, dass ich gerne in Gesellschaft aß und erzählten es ihren Freunden. Leute riefen an oder kamen vorbei und fragten, ob sie mit mir zu Abend essen könnten. So hatte ich bald jeden Tag eine Dinner Party.
Als sie das sah, stellte meine Organisatorin eine Schüssel auf, in die Leute eine Spende geben konnten, einen Beitrag zum Kauf der Lebensmittel – weil wir ja auch Ausgaben hatten, wenn so viele Leute zum Essen kamen. Also kamen die Leute und gaben etwas für das Essen. Manchmal brachten sie auch rohes Gemüse mit oder Reis und Linsen, die wir dann kochten. Ich hatte sowieso immer indische Gewürze dabei, weil ich bereits die Erfahrung gemacht hatte, dass was auch immer ich dort an Gewürzen bekommen konnte, mit der Qualität indischer Gewürze nicht vergleichbar war.
Das Essen war großartig und am meisten genießten alle die Atmosphäre, mit anderen zusammen zu kochen, sie besser kennen zu lernen, zu reden, zu lachen und schließlich alle miteinander zu essen. Es war nicht nur ich derjenige, der froh war, Gesellschaft zu haben – es gab auch andere, die sonst alleine gegessen hätten und sich uns so anschließen konnten. Wir schlossen alle neue Freundschaften und trafen viele neue Menschen.
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