Ich war es gewöhnt, in meinem Programm viele Frauen zu haben und ich habe auch viel Flirtereien gesehen, besonders aus der vorderen Reihe der Zuschauerinnen. In diesem Programm in London 2002 gab es jedoch eine Frau, die weiter ging als alle zuvor.
Ich war es auch gewöhnt, dass viele Frauen Interesse daran hatten, mich zu sich nach Hause einzuladen. Wenn man im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, gibt es immer einige der Zuschauer, die gerne auch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bekommen würden, als die anderen. Sie suchen eine Möglichkeit für individuelle Gespräche. Das gibt ihnen ein gutes Gefühl und das Gefühl, etwas Besonderes zu sein und so akzeptierte ich solche Einladungen, wenn ich Zeit hatte. Diese Menschen waren normalerweise voller Liebe und wollten einfach nur reden. Das war ihr Herzenswunsch. Sehr selten wollte wirklich jemand körperliche Nähe oder hatte mehr im Sinn.
Dieses Mal in London war eine Frau sehr daran interessiert, mich privat zu treffen und lud mich zu sich nach Hause ein. Sie wollte nicht nur über sich selbst reden, sondern mir auch ihre Gefühle für mich zeigen. Ich weiß nicht, wie sie zu der Schlussfolgerung gekommen war, die sie dann äußerte. Sie sagte ‚Swami Ji, ich kann deinen Schmerz verstehen! Ich weiß, wie es sich anfühlt, dreieinhalb Jahre lang alleine in einer Höhle zu leben. Ich war in meinem Leben auch immer allein. Ich bin eine sehr religiöse Frau und folge den Schriften. Ich spüre, dass du auch sehr einsam bist. Wir sind uns sehr ähnlich. Du brauchst eine Gefährtin im Leben, du bist noch so jung und kannst doch nicht den Rest deines Lebens so einsam und allein verbringen!‘
Sie wusste wirklich viel über die Schriften und kannte viele heilige Menschen, die verheiratet waren und Frauen hatten. Indem sie sie alle aufzählte, wollte sie mich davon überzeugen, dass eine Ehe für mich wirklich gut und auch notwendig wäre. Sie machte mir praktisch einen Heiratsantrag und erklärte mir ihre Liebe.
Sie umarmte mich fest und hielt mich für eine ganze Weile. Als ich mich schließlich aus der Umarmung löste, sagte sie ‚Wäre ich ein weißes Mädchen, hätten wir jetzt schon Sex gehabt, aber ich möchte bis nach unserer Hochzeit warten‘.
Wie habe ich mich denn bei der ganzen Sache gefühlt? Ich kannte ja den Wunsch von Frauen, mir nahe zu sein und bekam öfter viel Aufmerksamkeit. Warum erwähne ich also diese eine Frau? Weil sie um einiges weiter ging als alle anderen! Sie machte mir einen Antrag und wollte mich wirklich heiraten!
Als junger Mann genoss ich die Aufmerksamkeit und fühlte mich vielleicht auch etwas geschmeichelt, aber als ich merkte, wie weit sie wirklich ging, war ich überrascht und auch ein bisschen geschockt. Natürlich respektierte ich ihre Gefühle und ich weiß, wenn jemand solche Liebe empfindet, ist es doch im Allgemeinen etwas Gutes. Ich musste ihr ganz nett erklären, dass ich mich, als ich in der Höhle war, überhaupt nicht einsam gefühlt habe. Ich habe nicht gelitten und war nur allein, weil ich allein sein wollte! Es war mein Wunsch gewesen, allein zu sein! Aber ich war nicht einsam und auch damals, in London, fühlte ich mich überhaupt nicht einsam. Ich habe ihr mit vollem Respekt für ihre Gefühle erklärt, dass ich keine Absicht und keinen Wunsch hatte, eine Ehefrau zu haben. Ich sah sie als Freundin und sagte ihr das auch.
Trotzdem war diese Situation wirklich etwas seltsam. Es zeigt uns jedoch, wie Menschen ihre eigenen Probleme und Sorgen auf andere projezieren. Sie war einsam und wollte gerne heiraten und so nahm sie an und überzeugte sich selbst, dass ich das gleiche fühle. Für sie passte das alles und sie war sich ziemlich sicher, dass sie mich auch überzeugen würde. Wir verblieben jedoch als Freunde und ich glaube zwar, dass sie enttäuscht war, ihre Enttäuschung jedoch bald überwand.
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