Letzte Woche habe ich euch erzählt, wie mein Freund darüber Witze machte, wie er einen Ratgeber schreiben würde, wie man mit mir umzugehen hatte. Wir hatten Spaß dabei, über die kleinen Unterschiede zwischen meinem Lebensstil und dem normalen, westlichen zu reden, aber als ich ernsthaft darüber nachdachte, gab es da natürlich einige Dinge, bei denen sich die Leute nicht sicher waren, bevor sie mich trafen und meine Einstellung, Vorstellungen und Lebensweise kennenlernten.
So hatte ich zwar schon mehrere Jahre im Westen verbracht, war – und bin bis heute – aber nie ins Schwanken gekommen, wenn es um meine Überzeugung als strenger Vegetarier ging. Ich glaubte und glaube immer noch, dass es für den Körper am Besten ist, wenn man kein Fleisch isst und ich dachte und denke auch, dass es das natürliche Essen der Menschen ist. Wir müssen zum Überleben keine Tiere umbringen und ich denke es ist grausam von uns Menschen alle möglichen unterschiedlichen Tiere für Fleisch zu töten, ganz zu schweigen von den schrecklichen Umständen, in denen sie gehalten werden, den Umweltschäden und davon, wie viele hungrige Menschen ihre Bäuche mit dem Essen füllen könnten, das für diese Tiere verwendet wird.
Ich bin in einer vegetarischen Stadt aufgewachsen und auch bei meiner späteren Arbeit war ich immer von Vegetariern umgeben. In diesen Umständen hatte ich, als ich jünger war, wirklich eine sehr schlechte Meinung von Fleischessern. Ich hielt sie für grausam und dachte nicht, dass irgendein guter Mensch Fleisch essen würde. Das änderte sich, als ich in den Westen kam.
Nach kurzer Zeit merkte ich, dass es ein Unterschied der Kultur und Erziehung war und dass es auch unter den Fleischessern viele liebe Menschen gab! Eines änderte sich jedoch nicht: Ich kann immer noch nicht an einem Tisch essen, an dem Fleisch gegessen wird. Ich fühle mich körperlich nicht gut, wenn jemand vor meinen Augen Fleisch isst. Ich kann mein normales Essen dann nicht essen – ich habe nun mal keinen Appetit, wenn da totes Tier vor mir liegt! Ich habe mehrere Male nach jemandem oder an einem anderen Tisch gegessen, nur damit ich in Ruhe essen kann. Doch meistens war dem anderen doch unsere gemeinsame Mahlzeit wichtiger und wir aßen etwas Vegetarisches zusammen – schließlich hatte meistens ich ein leckeres und nahrhaftes indisches Menü gekocht, das keinen Platz dafür lässt, etwas zu vermissen!
Ich erzähle von meinen Essgewohnheiten, wenn jemand fragt oder ich an einem Ort bin, der für mich neu ist, wo mich die Leute noch nicht kennen. Nachdem sie das obige erfuhren, nahmen manche Leute an, ich würde nicht mit ihnen an einem Tisch sitzen, wenn sie Alkohol trinken. Das ist jedoch eine andere Geschichte! Ich würde natürlich ungern zusehen, wie sich jemand betrinkt – und ich habe wirklich sehr selten jemanden betrunken erlebt, den ich wirklich kannte. Wenn jemand zum Essen oder beim Zusammensein danach ein Glas Wein oder ein Bier trinkt, so macht mir das wirklich nichts aus. Ich habe in meinem Leben noch nie Alkohol probiert und habe auch keine Absicht, das jemals zu tun, aber ich weiß, dass du dich mit dem einen Glas nicht betrinkst und dass du höchstwahrscheinlich auch nicht süchtig bist! Ich glaube deshalb nicht, dass du Alkoholiker bist und während ich mich dir nicht anschließen würde und bei mir daheim keinen Alkohol serviere, genieße ich einen Abend bei dir zu Hause auch, wenn du beschließt, eine Flasche Sekt zu öffnen.
Um dieses Thema zu vervollständigen, muss noch ein weiterer Aspekt erwähnt werden: wie sieht es mit dem Rauchen aus? Naja, ich würde ungern in einem Zimmer sitzen, wo die Rauchschwaden unter der Decke hängen und wo meine Kleidung schrecklich stinkt, wenn ich rauskomme. Ich würde lieber nicht direkt neben dir stehen, wenn du rauchst, weil der Rauch, wenn du ihn in meine Richtung bläst, in meiner Nase beißt. Aber nein, obwohl ich denke, dass es schlecht für deine Gesundheit ist und du mit dem Rauchen aufhören solltest, halte ich dich nicht für eine schlechte Person. Du hast eine Sucht, das ist alles.
Das waren also die Hauptaspekte – aber ansonsten war und bin ich eigentlich ganz pflegeleicht!
Related posts
Als mein Vater lebte… und doch nicht meiner war
Meine Beziehung zu meinem Vater
Neues Kapitel im Leben, Herausforderungen und Lektionen
Sexuell missbrauchte elfjährige Schwester und mein Schuldgefühl, dass ich sie nicht retten konnte!
Ich wurde von meiner Familie in Indien in den Rücken gestochen
Herausforderungen mit überwältigender Resonanz auf Ammaji’s Restaurant – 1 Mai 16
Mein Tag als Kellner – 24 Apr 16
Ramonas erster Geburtstag als Restaurant-Besitzerin – 20 Mär 16

