Freiheit und Verantwortung für mein eigenes Glück mit voller Unterstützung meiner Familie – 1 Dez 13

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Ich habe euch von der Reaktion meines Vaters erzählt, als ich erklärte, warum ich kein Guru mehr sein wollte und warum ich nicht einmal mehr einem großen Teil der Schriften folgte, die ich selbst in der Vergangenheit gepredigt hatte. Er sagte mir, die ganze Familie sei glücklich, wenn ich glücklich wäre. Das hätte mich eigentlich nicht sehr überraschen sollen!

Ich hätte wissen können, dass er so reagieren würde. Ich hätte mir überhaupt keine großen Gedanken machen müssen und als er so antwortete, erinnerte ich mich ganz deutlich an die Unterstützung meiner Eltern in der Vergangenheit.

Als ich erst 13 Jahre alt war, hatte ich bereits mit dem Arbeiten begonnen und hatte auch immer mehr zu tun. Manchmal ging ich noch zusammen mit meinem Vater auf Programme, aber ich reiste und arbeitete bereits alleine in verschiedenen Teilen Indiens. Natürlich fanden solche Programme nicht nur an Schulfeiertagen statt und so wurde ich relativ oft auch in der Schule als abwesend eingetragen.

Nach einem meiner Programme in dem Jahr kam ich wieder zur Schule und ein Lehrer fragte mich, wo ich gewesen war und warum ich nicht zur Schule gekommen war. Ich antwortete, dass ich in einem anderen Bundesland gewesen war, in Madhya Pradesh, und dort einen Vortrag gegeben hatte. Natürlich war das auch dem Lehrer nicht vollkommen neu, aber trotzdem fragte er daraufhin ‚Wenn du sowieso so oft nicht zur Schule kommst, warum kommst du denn überhaupt noch?‘ Er sagte mir praktisch, dass ich meinen Beruf ja schon gewählt hatte und mich nicht mehr um die Schule kümmern brauchte, sondern mich eher darauf konzentrieren sollte, was ich gerade machte.

Ich war total verwirrt. Ich hatte auf meine Reisen immer meine Schulbücher mitgenommen und versucht mit dem Stoff mitzuhalten. Als Ergebnis hatte ich auch recht gute Noten, obwohl ich so oft nicht da war! Jetzt schlug dieser Lehrer mir vor, überhaupt nicht mehr zu kommen. Ich war mir nicht sicher, was ich tun oder sagen sollte.

Als ich an dem Tag grübelnd nach Hause kam und meine Eltern fragte, was ich tun sollte, hatte mein Vater die gleiche Antwort für mich parat: tu das, was dir richtig erscheint.

Vielleicht meint ihr nun, dass dies für einen 13-Jährigen eine große Last ist, eine Entscheidung, die er nicht treffen müssen sollte. Ich jedoch hatte ein ganz anderes Gefühl. Ich fand es toll, dass mein Vater mir vertraute und mir zutraute, dass ich meinen Weg selbst wählen und meinem Herzen folgen könnte. Das tat ich auch. Ich wählte meinen Beruf, nicht die Schule.

Es gab mir Freiheit und Verantwortung zugleich. Es befähigte mich dazu, mich selbst darum zu kümmern, dass ich glücklich war, etwas, das ich damals lernte und wofür ich meinen Eltern auf ewig dankbar sein werde! Etwa zwanzig Jahre später tat mein Vater das Gleiche noch einmal. Er, dessen Leben auf Religion aufgebaut war und der dieses als Guru verbracht hatte und dessen Leben immer noch daraus bestand, selbst wenn er sich aus dem aktiven Teil zurückgezogen hatte, sagte mir, ich solle einfach meinem Herzen folgen, selbst wenn mich das von dem Weg abbrachte, den er für sich gewählt hatte.

So kommt es, dass ich meiner ganze Familie bis an mein Lebensende dankbar sein werde für ihre Unterstützung bei allem, was ich tat und wer ich war. Wir haben diese Reise des Lebens gemeinsam angetreten und ich hatte sie zu jedem Zeitpunkt an meiner Seite. Sie waren immer für mich da und genauso werde ich immer ihre Wünsche respektieren und unterstützen, egal wo diese hinführen. Ich glaube, dass wir alle nur auf diese Weise glücklich sein können!

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