Foreign-Return Guru zurück aus dem Ausland in Indien – 6 Mar 11

Stadt:
Vrindavan
Land:
Indien

Ich landete sicher wieder in Indien, wurde von meinen Brüdern abgeholt und kam wieder nach Hause nach Vrindavan. Wenn ich sage zurück nach Hause meine ich den Ashram. Ihr wisst alle, wie der Ashram heute aussieht, zehn Jahre später, mit zwei Stockwerken, in Farbe und mit Marmorböden und schönen Zimmern. In der Zeit war alles viel einfacher und sehr schlicht. Da war das Gebäude der Höhle und ein paar Räume im Erdgeschoss des Hauptgebäudes mit einem großen gemeinschaftlichen Badezimmer. Alles war noch Rohbau und unverputzt. Es gab schon Rasen und dort, wo jetzt ein Marmorweg vom Tor zum Hauptgebäude führt, war nur Sand und Erde. Kühe liefen frei auf dem ganzen Ashram-Gelände spazieren.

Wir drei Brüder lebten hier im Ashram, am äußeren Rand Vrindavans, zusammen mit einer Anzahl Schüler, die da waren, um die Schriften zu lernen. Meine Eltern und meine Schwester lebten immer noch in dem Haus, in dem wir Kinder aufgewachsen sind, in der Innenstadt Vrindavans. Sie schliefen dort und wir drei Brüder im Ashram, doch wir hatten es uns zur Gewohnheit gemacht, im Ashram zu frühstücken und immer mit der ganzen Familie in unserem alten zu Hause zu Abend zu essen.

Da waren wir also, alle saßen beieinander und ich erzählte ihnen von den Eindrücken, die ich auf meiner ersten Reise nach Europa gesammelt hatte. Ich zeigte ihnen die Dinge, die ich mitgebracht hatte, verteilte Geschenke und erzählte ihnen vieles. Nach meinen Geschichten über den Westen und Beschreibungen der indischen Kultur dort, sprachen wir auch über die Pläne für die nächste Zeit, da ich nur eine Woche lang in Vrindavan bleiben würde. Danach würde ich für ein Programm nach Rajasthan reisen, das wir bereits ausgemacht hatten, kurz nachdem ich aus der Höhle gekommen war.

Ich konnte natürlich schlecht einfach nur in Vrindavan herumsitzen. Ich war der älteste Sohn der Familie und da mein Vater sich bereits aus dem Berufsleben zurückgezogen hatte, trug ich die Verantwortung, für die Familie zu verdienen und für meine Geschwister, Eltern und die Schüler im Ashram zu sorgen. Ich war derjenige, der für das Einkommen der Familie arbeitete und es machte mir nichts aus. Ich bin sowieso keine faule Person und wäre nicht gerne nichtstuend herumgesessen, während sich die anderen um den Ashram und alles darum herum kümmerten.

Dann kam jedoch wieder die Frage auf: was sollte ich tun? Sollte ich einfach weiter das tun, was ich mein ganzes Leben lang getan hatte? Als Guru leben, predigen und Einweihungen geben? Naja, ich hatte nicht gelernt, wie man Rohre verlegt, sondern wie man Predigen und Vorträge hält, also wusste ich schon, dass das die Richtung meines Wegs sein würde. Wie ich schon erwähnte, war ich sehr religiös und führte meine Rituale und Gebete mit voller Überzeugun und aus vollstem Herzen durch. In mir fand ich jedoch eine Stimme, die sagte ‚Du bist aber nicht besser oder höher als all die Leute, die sich deine Anhänger nennen!‘

Ich wusste, dass ich für all diese Menschen, die mich praktisch verehrten und meinen Worten lauschten, als ob Gott selber spräche, jetzt sogar noch eine Stufe höher stand. Ich war ‚foreign-return‘, zurückgekehrt aus dem Ausland, ein Guru, der nicht nur in Indien, sondern auf der ganzen Welt bekannt war. Ich war wertvoller, wichtiger, wie ein importiertes Make-Up-Kit, made in France, das wervoller ist als jedes indische Make-Up-Kit je sein kann. Ihrer Meinung nach war ich noch eine Stufe weiter über ihnen als zuvor.

Und während ich mich auf die Vorträge über Gott, die Schriften und ein Leben nach den Werten in den Schriften freute, wusste ich, dass sich etwas ändern musste

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