Ich hatte euch gesagt, ich würde meine sonntäglichen Blogeinträge dafür nutzen, euch zu erzählen, was in meinem Leben so vor sich geht. Wer meinen Tagebucheintrag von vorgestern gelesen hat, hat wahrscheinlich bereits eine gute Ahnung, was in der letzten Woche und in den letzten Wochen in meinem Kopf so alles vor sich gegangen ist. Natürlich die Prügelstrafe in indischen Schulen, die Videos, die Pawan mit nach Hause gebracht hat und deren Folgen, unser Besuch bei der Rektorin, die Medien und die Resonanz von Lesern und Zuschauern.
Ihr könnt euch vorstellen, wie schwer es uns fiel, Pawan ruhig zuzuhören, als er von dem Missbrauch an seiner Schule erzählte. Er ist unser Kind, nun schon seit so Langem, wir konnten nicht einfach akzeptieren, dass er in der Schule geschlagen wird. Es war auch schwierig, all diese Videos zu sehen – aber zumindest wussten wir, dass wir nun etwas dagegen tun konnten. Wir konnten für die Schüler dieser Schule und vielleicht noch mehr Kinder eine Veränderung herbeiführen, indem wir Eltern und Lehrer das Problem bewusst machten!
Nach unserem Gespräch mit der Rektorin, in dem uns die schriftliche Zusicherung verweigert wurde, dass in Zukunft kein Kind in der Schule geschlagen würde, kontaktierten wir die Medien. Innerhalb einiger Stunden waren Reporter bei uns im Ashram, um sich die Videoclips anzusehen und ein Interview mit Pawan und mir zu machen. Es fühlte sich gut an, den nächsten Schritt gemacht zu haben – und natürlich warteten wir darauf, was die Journalisten aus den Videos machen würden und welchen Einfluss das Ganze haben würde.
Als der Fernsehsender anfing, das Programm auszustrahlen, bekamen wir einen Anruf. Pawan und ich wurden gebeten, in ihr Studio nach Delhi zu kommen. Sie wollten uns dort live haben und nach den Clips mit uns reden!
Also fuhren Pawan und ich nach Delhi, unser junger Held ganz aufgeregt. Man muss aber sagen, dass er mit allem sehr gut umging! Eine ganze Stunde lang fragte die Moderatorin Pawan und mich über die Vorfälle und nach unserer Meinung und rief während der Show auch verschiedene Politiker unserer Gegend an. Es war ein sehr gutes Programm, das alle Punkte beinhaltete, von den Vorfällen selbst über die Angst der Eltern und Kinder zu unserem Bedürfnis, Lehrern ein Training für die richtige Einstellung zu ihren Schülern zu geben.
Während wir noch im Studio waren, bekamen Yashendu und Purnendu bereits Telefonanrufe verschiedener anderer Journalisten, die auch über dieses Thema sprechen wollten! Auf dem Weg zurück, noch im Auto, gab ich bereits ein Interview für einen anderen Fernsehsender. Schließlich zurück daheim standen schon zwei weitere Reporter-Teams vor unserem Tor.
Gestern Abend waren Pawan und ich einfach nur erschöpft von den Gesprächen mit Reportern und Journalisten den ganzen Tag lang – aber glücklich, weil wir nun ganz sicher glauben, eine Veränderung in Gang gesetzt zu haben! Zumindest in dieser einen Schule, aber ich bin mir sicher, dass andere Schulen in Zukunft auch vorsichtig sein werden und sich besser an die Regeln und Richtlinien halten werden!
Heute war diese Nachricht in den drei wichtigsten Zeitungen unserer Stadt und mein Blogeintrag sowie das Video waren online sehr bekannt geworden. Es wird sich rumsprechen.
Ein Schritt ist gemacht und ich bin mir sicher, wir können es auch noch weiter bringen!
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