Nach der Geburtstagsfeier meines Freundes im September 2004, hatten er und sein Freund noch etwas Zeit in Indien und so beschlossen wir, einen Ausflug zu machen. Mein Freund hatte den Wunsch, Varanasi zu sehen und ich wollte ihm diese Stadt zeigen – es war meine Lieblingsstadt, als ich ein Kind und Teenager war, die Stadt, in der mein Vater aufgewachsen war. Und so machten wir Pläne, erst nach Agra zu fahren und uns das Taj Mahal und das Red Fort anzusehen und dann einen Zug vom benachbarten Tundla nach Varanasi zu nehmen.
Am Morgen fuhren wir nach Agra los. Wir waren zu viert, mein Freund der Arzt und sein Freund, mein Bruder Yashendu und ich. Wir kamen am Taj Mahal an, stiegen am Parkplatz aus und gingen zu dem großen Eingangstor. Mein Freund, der Arzt, bestaunte bereits die wunderschöne Architektur, als wir unsere Tickets kauften und hineingingen. Sein Freund war jedoch überraschend still. Als wir durch das Tor nach drinnen kamen, sagte er uns, er müsse mal auf die Toilette. Es gab Toiletten nahe am Eingang und während wir auf ihn warteten, machten wir Bilder von dem herrlichen Gebäude.
Er kam zurück und wir gingen weiter, hatten aber kaum etwas von dem Ort besichtigt, als er wieder gehen musste – er hatte Durchfall! Ich kann mir unpassendere Orte für ein solches Problem vorstellen, zum Beispiel während einer Autofahrt auf indischen Straßen, wo man kaum öffentliche Toiletten findet, aber das Taj Mahal ist auch nicht wirklich der ideale Ort hierfür! Ohne in Details gehen zu wollen, bis wir das Taj Mahal verließen, war unser Freund so schwach, dass ich beschloss, mit ihm im Auto zu warten, während Yashendu und mein deutscher Freund das Red Fort besichtigten.
Das Gute daran, mit einem Arzt zu reisen ist, dass man immer eine gut ausgestattete Reiseapotheke dabeihat – und auch jemanden, der weiß, wie man den Inhalt verwendet. Mit der Hilfe einer Tablette ging es unserem Reisepartner bis zum Abend wieder recht gut genug, um mit uns in den Nachtzug nach Varanasi zu steigen.
Es war eine gute Zugverbindung, was auch der Grund dafür war, dass wir bis nach Tundla gefahren waren, um in den Zug zu steigen. Wir schliefen recht gut und kamen am Morgen in Varanasi an. Wir hatten zwei Doppelzimmer in einem Hotel gebucht, eines für meinen Bruder und mich und eines für unsere deutschen Freunde.
Der Rest des Ausflugs war einfach nur wunderbar und blieb von weiteren Verdauungsstörungen ungestört. Verglichen mit zuvor fand ich Varanasi recht voll und damit natürlich etwas weniger magisch als ich es im Gedächtnis hatte, aber es war immer noch ein Ort mit besonderer Atmosphäre.
Wir machten eine Bootstour auf dem Ganges und sahen uns die Ganges Aarti, die Feuerzeremonie am Fluss von unserem Boot aus an. Wir sahen die Ghats, an denen Tag und Nacht die Toten verbrannt werden. Wir gingen sogar im Ganges schwimmen – etwas, was ich heute nicht mehr tun würde, was aber mit unserem deutschen Freunden damals einfach nur wahnsinnig viel Spaß machte. Ich hatte jedoch etwas Schmerzen in meinem Knie, was mich daran erinnerte, dass ich immer noch verletzt war, aber das kümmerte mich zu dem Zeitpunkt nicht weiter. Ich genoss diese Zeit einfach viel zu sehr, als das mich das nun hätte stören können. Ich war damit durch halb Europa gereist, jetzt würde ich mich doch nicht in Indien davon stören lassen!
Nach zwei oder drei Tagen in Varanasi und nach jeder Menge Sehenswürdigkeiten setzten wir uns wieder in den Zug zurück nach Tundla, von wo aus wir ein Taxi nach Vrindavan nahmen. Wieder daheim einigten wir uns, dass es ein großartiger Ausflug war!
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