Heute ist Diwali, die größte Feier des Jahres für Inder auf der ganzen Welt. Es ist das Lichterfest und alles ist dekoriert, Süßigkeiten werden zubereitet und jeder trägt neue Kleidung. Ich erinnere mich an Diwali 2005 und die Jahre zuvor und auch daran, dass mir Diwali damals nicht sehr wichtig war.
In meiner Kindheit gab es Jahre, in denen mein Vater an Diwali nicht daheim war, weil er in anderen Städten Vorträge gab. Natürlich war meine Mutter darüber nicht allzu glücklich, aber wir hatten immer andere Feste, die wir alle gemeinsam verbrachten. Als ich dann reiste, auch im Westen, geschah es öfter, dass ich auch an Diwali nicht in Vrindavan war. Aber lasst mich euch erst einmal erzählen, wie Diwali aussah, wenn ich auch im Ashram war.
Meine Eltern und meine Schwester lebten in unserem Haus in der Stadt, während wir drei Brüder im Ashram wohnten, zusammen mit einigen Sanskrit-Schülern und den Leuten, die dort arbeiteten. Es war eine Männer-Domäne, bewohnt von männlichen Singles, die gut kochen konnten und auch den Rest des Haushalts gut ohne Frauen auf die Reihe brachten – aber wenn es um Diwali-Atmosphäre geht, so braucht man doch eine Frau im Haus!
Meine Schwester kam sowieso regelmäßig vorbei und meine Mutter war hin und wieder da. Am Diwali-Tag jedoch kamen meine Eltern und meine Schwester in ihrer Festtagskleidung zum Ashram. Wir dekorierten und zündeten Öllampen an, um im Ashram ein bisschen Festtagslicht zu haben. Ammaji hatte Süßes gebacken und brachte den Jungs und Männern im Ashram ihren Teil. Wir Brüder hatten sowieso immer Abendessen im Stadthaus und so gingen wir an Diwali in bisschen früher dorthin, um mehr Zeit dort zu verbringen, unsere Familienfeier zu haben und zusammen Süßes zu essen.
Ich habe jedoch nie wirklich viel Wert auf dieses Fest gelegt und so war ich auch 2005 nicht dort. Es war das Jahr, in dem unsere deutschen Freunde im Ashram geheiratet hatten und nach ihren Flitterwochen in den Himalayas waren sie für dieses Lichterfest wieder zurück im Ashram. Sie haben es in vollen Zügen genossen und ich erinnere mich auch, wie sich meine Familie freute, sie an diesem besonderen Tag da zu haben. Sie aßen das Festessen, das Ammaji und meine Schwester zubereitet hatten und aßen zum ersten Mal die Diwali-Süßigkeiten. Es war eine unvergessliche Nacht für sie und meine Familie und es war nicht das letzte Mal, dass sie für dieses Fest bei uns waren.
Ich wünsche euch allen ein wundervolles Diwali, ob ihr es feiert oder nicht, voller Liebe und Licht.
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