Im September 2006 stieg ich, nach einer herrlichen Zeit mit meiner Familie in Vrindavan, in meinen Flug nach Südafrika. Es sollte ein kurzer Aufenthalt werden, gefolgt von der schlimmsten Zeit meines Lebens bis heute.
Ich arbeitete wie überall, gab Einzelsitzungen, Workshops und Vorträge. Nach ein paar Tagen, am 18. September 2006, bekam ich am frühen Morgen einen Anruf. Es war mein jüngerer Bruder Yashendu aus Deutschland. Mit erstickter Stimme und unter Tränen gab er mir die schrecklichsten Nachrichten, die ein Bruder jemals hören muss: unsere Schwester war in einem Autounfall gestorben.
Purnendu und Para waren in der Nacht auf dem Weg zum Flughafen gewesen. Para wollte nach Deutschland fliegen, wo sie Yashendu treffen sollte und ich würde mich später denen beiden anschließen. Ihre zweite Reise nach Deutschland.
Aber nun war sie tot. Sie hatten einen Autounfall gehabt. Purnendu war im Krankenhaus. Yashendu sagte, er würde nun einen Flug buchen.
Meine Hände und Beine zitterten. Ich schwitzte und einige Minuten lang war es schwierig, überhaupt etwas zu denken. Dann rief ich unseren Vater an und sagte ihm, ich würde sofort kommen.
Der nächste Flug nach Delhi war via Dubai. Ich buchte das Ticket und eilte zum Flughafen. Ich kann meine Gefühle nicht beschrieben. Nie zuvor und niemals danach habe ich einen solchen Schock gespürt, diese Schmerzen, dieses Unglauben und dann wieder Schmerzen, als mich die Realität wieder einholte. Ich weinte keine einzige Träne. Irgendwie schaffte ich es, diese Stunden rumzubringen, der schwierigste Flug, den ich je hatte.
Ich landete am Morgen und erreichte das Krankenhaus, wo meine Eltern und Yashendu auf mich warteten. Purnendu war im Krankenhauszimmer, sein Bein gebrochen und im Gips. Ansonsten ging es ihm gut. Ein paar Kratzer, ein kleiner Verband hier oder da. Er hatte vor dem Unfall geschlafen und war danach bewusstlos gewesen. Aufgewacht war er im Krankenhaus. Ich erfüllte die schwierige Aufgabe, ihm zu sagen, dass Para nicht mehr am Leben war.
Sobald Purnendu entlassen wurde, nahmen wir Paras Leichnam aus dem Krankenhaus und fuhren in Richtung Vrindavan. Auf dem Weg riefen wir ein paar Leute an, um die Verbrennung zu organisieren. Wir wollten keine Minute länger warten, als unbedingt notwendig. Alle weinten, Ammaji am Boden zerstört über den Verlust ihrer Tochter und wir mussten noch unserer Großmutter, die daheim wartete und vom Ausmaß der Tragödie nichts wusste, die traurigen Nachrichten überbringen.
Im Ashram waren die Vorbereitungen für die Verbrennung begonnen wurden. Dadurch hatte Naniji verstanden, dass das Schlimmste geschehen war. Es waren die dunkelsten Stunden für unsere Familie.
Alle weinten, aber ich fand weder Zeit noch Raum für Tränen. Es schien, als wäre mein Verstand noch nicht zu dem Punkt gekommen zu akzeptieren, was geschehen war. Einmal hob ich sogar das Tuch über ihrem Gesicht an, als könnte ich nicht glauben, dass das wirklich geschehen war. Es war sie.
Wir brachten ihren Körper zum Verbrennungsplatz. Purnendu blieb wegen seinem gebrochenen Bein zuhause. Ich habe zuvor schon und auch danach noch den Tod gesehen, aber bis heute bleibt dies der schrecklichste Augenblick meines Lebens: als wir das Holz unter dem Leichnam meiner Schwester in Brand setzten. Sie war weg.
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