Auf Fiji, wo ich erfuhr, dass mein Sommerprogramm für 2004 in Deutschland abgesagt worden war, traf ich viele indische Familien und, wie üblich, waren darunter auch einige, die mich zu sich einladen wollten, um dort ein Programm zu geben. Unter ihnen war ein Mann, der auf Fiji geboren worden war, aber in Australien lebte. In Brisbane, um genau zu sein. Ich hatte sowieso ein Visum für Australien. Bei den Vorbereitungen für meine Reise nach Neuseeland hatte ich gedacht, ich würde vielleicht dem australischen Kontinent auch einen Besuch abstatten. Als ich also eingeladen wurde, dorthin zu gehen, zögerte ich nicht, sondern stimmte zu. Ein paar Tage später war ich auf dem Weg nach Brisbane.
Die zwei Wochen, die ich daraufhin in Australien verbrachte, hätten sehr ähnlich ablaufen können wie meine Zeit in Auckland, weil ich wieder in der indischen Gemeinde war, wäre da nicht dieses eine Ereignis gewesen, von dem ich euch erzählen möchte.
Meine Gastgeber und ich frühstückten jeden Morgen gemeinsam. Nach dem Frühstück setzten wir uns auf das Sofa und mein Gastgeber fing auf einmal an, ganz schwer zu atmen. Zuerst dachte ich nur, dass er etwas tiefer atmete als normal, doch schnell merkte ich, dass er Schwierigkeiten mit dem Sprechen hatte und ihm dann auch noch das Atmen schwer zu fielen schien. Er fing an zu schwitzen und hatte auch sichtbar Angst, was mit ihm geschah. Ich hatte auch verstanden, dass das nicht normal war!
Der Mann, immer noch schwer atmend, legte sich eine Hand auf die Brust, und zeigte an, dass etwas mit seinem Herz nicht stimmte. Nur einen Tag zuvor hatte er mir erzählt, dass er ein Herzpatient war und ich erkannte mit Schrecken, dass er gerade einen Herzanfall hatte.
Seine Frau war in der Küche und räumte dort die Reste unseres Frühstücks auf. Ich rief sie und als sie ihren Mann sah, verfiel sie in Panik. Ich sagte ihr, sie solle schnell einen Krankenwagen rufen und sie rannte in den anderen Raum, in dem das Telefon war.
Die nächsten Minuten bis der Rettungswagen kam waren einfach nur schrecklich. Mein Gastgeber keuchte weiter und schwitzte und schien seine Umgebung nicht einmal mehr bewusst wahrzunehmen. Seine Frau war zurückgekommen und weinte neben ihm. Ich saß auf seiner anderen Seite und hielt seine Hand. Das Einzige, was ich tun konnte, war zu beten und das tat ich aus vollstem Herzn und mit Liebe. Ich sang die Mantras, die ich während meinen Heilsitzungen immer sang und dachte die ganze Zeit ‚Lass ihn bitte nicht sterben!‘
Endlich kam der Krankenwagen an und die Rettungsärzte wussten sofort, dass sie ihn ins Krankenhaus bringen mussten. Als brachten sie ihn in den Krankenwagen und seine Frau und ich kamen mit ihm ins Krankenhaus. Sie fing an, von ihrem Handy aus seine Verwandten anzurufen und während die Ärzte ihre Arbeit machten, kamen auch die ersten Verwandten schon an. Der Arzt, der ihn zuerst gesehen hatte, kam zu uns heraus und nahm mich und die Frau beiseiten. Er sagte, wir hätten genau das Richtige getan und den Krankenwagen rechtzeitig gerufen. Er war nun nicht mehr in Lebensgefahr, aber nur, weil wir ihn so schnell ins Krankenhaus gebracht hatten. Sie würden ihn jedoch zur Beobachtung etwas dabehalten.
Als der Arzt die Familie und Verwandten zu ihm lies, sagte er ihnen und dem Arzt: ‚Ich dachte, ich würde diese Welt nun verlassen, aber da war Swami Ji und hielt meine Hand. Sein Gebet und Gott haben mein Leben gerettet!‘ Ich dankte Gott auch, dass er nicht gestorben war, und konnte nicht anders, als denken, dass das für mich wirklich auch gut war – ich war Heiler und wohnte bei ihm, das hätte für meinen Ruf gar nicht gut ausgesehen. Ich versicherte allen, dass das Leben einer Person immer in den Händen Gottes lag. Wir handelten schnell und das Krankenhaus war nahe, so dass die Ärzte ihm helfen konnten, bevor etwas Schlimmeres passierte.
Bis zum Abend waren wir im Krankenhaus und die Ärzte beobachteten seinen Herzschlag, bis sie uns schließlich sagten, dass er nach Hause gehen konnte. Man kann sich vorstellen, dass sich die Ereignisse des überlebten Herzanfalls schnell rumsprachen. Von da an kamen die Menschen wie verrückt zu mir. Das Telefon klingelte die ganze Zeit und meine Gastgeber machten alle Termine aus, so dass ich für den Rest meines Aufenthalts mit Vorträgen und Einzelsitzungen ausgebucht war.
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