Ich freute mich über die Pläne für die Yogalehrerausbildung, die wir im Februar 2005 machten und, positiv, wie ich üblicherweise bin, beschloss ich einfach, dass dies ein Jahr voll neuer, guter Dinge werden würde. Und tatsächlich bekamen wir nur kurz nach der Abreise unserer deutschen Freundin einige Anfragen und was darauf folgte, war der nächste Schritt für unsere Kinderwohltätigkeitsprojekte.
Im Ashram hatten wir bereits vor langer Zeit damit begonnen, einige Teenager unterzubringen, die in Vrindavan Sanskrit und die Schriften lernen wollten, deren Eltern jedoch entweder weit weg wohnten oder es sich nicht leisten konnten, sie aufzuziehen. Sie lebten im Ashram und gingen zur Sanskrit Schule, um die Sprache zu lernen und die Schriften zu lesen. Jeder in der Umgebung wusste also, dass wir Kindern halften, Bildung zu bekommen.
Eines Tages kam die Schwester meines besten Freundes vorbei, um sich mit uns zu unterhalten. Sie war vor Kurzem von Eltern angesprochen worden, die ihre Kinder in der Schule einschreiben lassen wollten, sich aber die Schulgebühren nicht leisten konnten. Von ihrem Bitten bewegt, versuchte sie nun, einen Weg zu finden, wie diese Kinder ohne zahlen zu müssen zur Schule kommen konnten. Die Familien konnten es sich einfach nicht leisten, aber leider konnte es sich die Schule auch nicht leisten, sie alle kostenlos aufzunehmen! Deshalb war sie zu uns gekommen und fragte, ob wir irgendwie helfen konnten.
Sie war nicht die einzige mit einem solchen Problem. In unserer Nachbarschaft, in der Nähe des Ashrams, gab es eine weitere Grundschule, eine recht kleine, zu der Kinder aus der Umgebung gingen. Die Lehrer und das leitende Personal der Schule waren auch von Eltern gebeten worden, ihren Kindern die Möglichkeit eines Schulplatzes zu geben. Da auch sie von den Kindern im Ashram wussten, kamen sie zu uns, um uns um Unterstützung für diese Kinder und damit für die Schule zu beten.
Wir mussten nicht lange überlegen, ob wir denn helfen wollten. Natürlich wollten wir das, aber die Frage war auch, wie viel wir denn wirklich machen konnten. Wir wollten keine einmalige Spende für ein Jahr geben und das darauffolgende Jahr wäre es den Kindern dann nicht mehr möglich, zur Schule zu gehen! Wir wussten also, wenn wir jetzt etwas beginnen würden, so würde es eine langzeitige Unterstützung bedeuten! Und so beschlossen wir, die Schulgebühren für etwa 50 Kinder zu bezahlen, 25 in jeder der zwei Schulen.
Es war ein herrliches Gefühl, diese Entscheidung zu treffen und daraufhin die Schulen zu besuchen, sobald die Kinder dorthin gingen. Ich hatte schon immer geglaubt, dass es wichtig ist, denen zu helfen, die Hilfe notwendig haben und dieser Glaube wurde nun dadurch gestärkt, dass wir wirklich in der Lage waren, diesen Kindern zu helfen. Kinder sind ja schließlich die Zukunft des Universums!
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