Gestern verbrachten Purnendu und ich den Tag in Delhi. Es war ein Ausflug, von dem wir wussten, dass er den ganzen Tag lang dauern würde, da wir so viele Dinge zu tun hatten. Und nach einem langen, anstrengenden Tag muss ist sagen: Delhi ist mir zu voll, zu laut, zu stinkig und zu verschmutzt!
Purnendu und ich waren am Morgen losgefahren – nicht sehr früh, da die Läden in Delhi für gewöhnlich nicht vor 11 Uhr aufmachen. Bereits am Rand Delhis sahen wir etwas, was eher ungewöhnlich ist: da lag überall Müll herum! Nirgendwo sahen wir die ansonsten recht fleißigen Feger und Kehrer der Stadt! Stattdessen sahen wir an jeder Ecke riesige Haufen aus Plastik, Dreck, Papier und undefinierbare schmutzige Objekte. Da erinnerten wir uns an die Nachrichten vom Tag zuvor: Delhis Reinigungskräfte streikten!
Ich weiß nicht, was dabei rauskam, aber ich nehme an, dass es im Sinne der Reinigungskräfte war, wenn man das Ausmaß des Chaos betrachtete, das ihr Streik in der Stadt verursacht hat! Es war überall dreckig und roch natürlich auch schrecklich!
Dazu kommt, dass es in der Stadt Delhi ein wohlbekanntes Problem mit Luftverschmutzung gibt. Mit 1400 neuen Autos jeden Tag auf Delhis Straßen kann man sich gut vorstellen, wo das herkommt! Wenn man von einer Seite Delhis auf die andere muss, kann das Stunden dauern!
Zu Beginn dieses Jahres setzte die Regierung Delhis eine Regel in Kraft, die ‚gerade / ungerade‘ hieß, laut der abwechselnd Autos mit entweder geraden oder ungeraden Zahlen auf dem Nummernschild in der Stadt erlaubt waren. Und wisst ihr was? Als wir da in Delhi rumfuhren, war es wirklich besser! Weniger Verkehr, weniger Zeit, um von einem Ort zum anderen zu kommen und ich hatte sogar das Gefühl, dass die Luft etwas besser war. Das war jedoch nur ein zweiwöchiges Experiment und gestern war wieder alles wie normal oder, mit dem Streik der Reinigungskräfte, eigentlich noch schlimmer!
Da wir Töpfe für unsere Restaurant-Küche, Licher, Lampen und mehr brauchten, mussten wir natürlich fast die ganze Stadt durchqueren – zum Teil mit dem Auto, zum Teil mit der Rikscha und teils auch zu Fuß. An den Müllhaufen vorbei zu laufen, manchmal mit einem Tuch über der Nase und vorsichtig, wo man seine Füße aufsetzt – es war anstrengend, um es gelinde auszudrücken! Und ihr könnt euch vorstellen, wie schwierig es ist, einen halbwegs annehmbaren Platz zum pinkeln zu finden, wenn man mal muss!
Am Ende des Tages hatte ich Kopfschmerzen, etwas, was ich wirklich sehr selten habe. Ich war trotzdem zufrieden: wir konnten alles erledigen und dadurch noch mehr der Dinge zusammen bekommen, die wir für die Eröffnung unseres Restaurants nächsten Monat brauchen!
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