Als ich auf unserer Varanasi-Reise im September 2004 Schmerzen im Knie spürte, störte es mich nicht allzu sehr, doch es war eine weitere Erinnerung daran, dass mein Bein damals wirklich medizinische Behandlung brauchte. Ich hatte bereits begonnen, mich über die Operation zu informieren, die für meinen Bänderriss notwendig sein würde.
Es war klar, dass ich dafür in ein Krankenhaus in Delhi würde gehen müssen – in Vrindavan oder der näheren Umgebung hatten wir einfach kein Krankenhaus, in dem eine solche Operation durchgeführt werden konnte. Also hatte ich einen meiner Freunde aus Delhi gefragt, ob er mir ein Krankenhaus empfehlen könnte. Zufällig kannte mein Freund nicht nur ein Krankenhaus, sondern sogar einen der Ärzte, der für solche operativen Eingriffe zuständig war. Wir machten einen Termin aus und so lernte ich meinen Arzt kennen. Ich erzählte ihm von meinem deutschen Gast, einem Kollegen im medizinischen Beruf, und er drückte Interesse an einem Treffen aus.
Als mein Freund in Indien war, erzählte ich ihm also von meinem indischen Arzt und der Operation, die er bald an mir durchführen würde. Er war sehr interessiert daran, hier in Indien einen Arzt zu treffen – und so arrangierten wir ein Ärzte-Treffen in Delhi. Wir trafen uns und fingen ein Gespräch an, aber bald war ich daran nicht mehr sehr beteiligt, weil sich hier zwei Ärzte gefunden hatten und ihre Erfahrungen austauschten. Ich glaube, sie hatten beide viel Freude am Treffen!
Ich war also vollständig auf die Operation vorbereitet und sobald meine deutschen Freunde Indien verließen, war ich bereit, mein Bein wieder in den Normalzustand zurück zu versetzen. Dafür musste ich jedoch zunächst einmal ins Krankenhaus. Also ging es auf nach Delhi.
Mein Arzt war im All India Medical Institute, eines der besten Krankenhäuser in Indien. Es ist ein staatliches Krankenhaus, in das sogar der indische Premierminister und Indiens Präsident zur Behandlung hingehen. Ärzte werden dort ausgebildet und es gibt einen weiteren Aspekt – die Behandlung dort ist für jeden kostenlos. Wenn man ein normaler Patient in einem Mehrbettzimmer ist, muss man nur für das Material bezahlen, das an einem verwendet wird. Wenn man natürlich ein VIP ist und eine VIP Suite oder eine besondere Behandlung möchte, muss man etwas zahlen, aber im Allgemeinen nicht. Ich habe also nur für die Schrauben bezahlt, die sie in mein Knie gebohrt haben, für die Schmerzmittel und natürlich für die Anästhesie.
Oh ja, ich kann mich an die Anästhesie erinnern. Naja, eigentlich erinnere ich mich daran, dass ich mich an nichts erinnere. Ich war die Nacht vor der Operation ins Krankenhaus gekommen und am Morgen fingen sie mit dem Eingriff an. Sie gaben mir die Anästhesie und ich war weg. Als ich wieder aufwachte – ich glaube es war bereits Nachmittag, aber sicher bin ich mir nicht – wusste ich nicht, ob ich noch ein Bein hatte oder ob es ganz verschwunden war. Solch ein seltsames Gefühl, als ob der Körper einfach irgendwo aufhörte!
Als das Gefühl in meinen Gliedmaßen jedoch wieder zurückkehrte, fing der Schmerz an. Und es war sehr schmerzvoll! Ich hatte viele Monate lang mit Schmerzen in dem Bein gelebt, aber das fühlte sich nun sogar schlimmer an, als die Schmerzen waren, als ich die Treppe hinuntergefallen war! Trotzdem beschlossen die Ärzte, dass es eine erfolgreiche Operation gewesen war und dass ich am Tag danach nach Hause gehen konnte.
Ich kam nach Vrindavan zurück und erholte mich. Einige Tage danach musste ich zu einer Nachfolge-Untersuchung bei dem Arzt und einige Zeit danach noch einmal. Jedes Mal konnte ich berichten, dass es bereits etwas besser war, dass ich weniger Schmerzen hatte und es mir besser ging. Ich fing an mit Krankengymnastik und merkte bald, dass es jetzt sehr viel besser war als zuvor.
Das Knie heilte und alles, was nun davon zurückgeblieben ist, sind drei kreuzförmige Narben.
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