Arbeit in Fiji und das Gefühl des Gurus in Indien – 20 May 12

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Da ich in Australien zu Beginn des Jahres 2004 so viel zu tun hatte, sah ich nicht viel von der Gegend um Brisbane herum. Ich kam vom Flughafen zum Haus meiner Gastgeber, hatte den einen Ausflug ins Krankenhaus und fuhr dann wieder vom Haus zum Flughafen. Ich flog zurück nach Fiji, wo ich Programm hatte. Bei meinem ersten Aufenthalt war ich in Lautoka gewesen und jetzt war ich in Suva, der Hauptstadt Fijis.

Hier wohnte ich wieder bei einer indischen Familie, die meine Vorträge, Einzelsitzungen und auch einen Besuch in einem Kinderkrankenhaus organisiert hatten. Mein Gastgeber hatte erfahren, dass ich Kinder in Indien unterstütze und dass ich sehr gerne mit ihnen und für sie arbeite und deshalb fragte er mich, ob ich diese Klinik besuchen möchte, die nur Kinder behandelte. Ich stimmte dem zu und so gingen wir dorthin.

Ich wurde dem Personal im Krankenhaus vorgestellt, die sich alle freuten, mich willkommen zu heißen und mir gerne ihr Krankenhaus zeigten und mich ihren Patienten vorstellten. Ich redete mit den Kindern und verbrachte dort etwas Zeit, sprach meine Gebete, Mantras und gab die Heilsitzungen, so wie ich das damals immer tat. Ich bin sicher, dass viele der Jungen und Mädchen aufgeregt waren, mich zu sehen. Und vielleicht waren sie auch wegen dem Kamerateam aufgeregt, das hinter mir zur Tür reinkam! Ich war auch überrascht, dass sie den nationalen Fernsehsender eingeladen hatten. Sie filmten und wir sahen das Ergebnis am Abend in den Nachrichten.

Wie ihr in den Nachrichten hören könnt, war ich dort als Hindu Priester bekannt und von meinen Gastgebern als ihr Guru angesehen. In Fiji hat mehr als 35% der Bevölkerung indische Wurzeln. Das bedeutet, dass ich wieder einmal in einer vollkommen indischen Umgebung lebte. Ich sprach Hindi, aß indisch und die Menschen um mich herum stellten mir die gleichen Fragen wie in Indien. Sie hatten auch das gleiche Verständnis des ‚Guruismus‘ wie Menschen in Indien – und so erlebte ich genau das, was ich hatte vermeiden wollen und weshalb ich aus Indien abgereist war.

Natürlich bemühte ich mich, meine Gastgeber wissen zu lassen, dass ich mich selbst nicht mehr als Guru sah. Immer, wenn das Thema irgendwie aufkam, sagte ich es ihnen. Es war jedoch einfach ihre Kultur und für sie auf gewisse Weise natürlich, mir diesen Respekt zu zollen. Versteht mich nicht falsch, sie waren liebenswerte Menschen und sie taten, was in ihren Augen richtig war – doch ich hatte mich verändert.

Darum war meine Zeit in Fiji eine Erfahrung mit gemischten Gefühlen. Fiji ist eine schöne, kliene Insel, das Wetter war herrlich und ich bin generell eine glückliche und zufriedene Person – aber da war dieser Gedanke, dass ich hier besser nicht wieder kommen sollte, weinn ich die Erfahrung, als Guru behandelt zu werden, vermeiden wollte. Ich wollte die Veränderung und konnte sie nur wirklich erreichen, wenn ich nicht ständig nur unter Indern war. Das hatte ich verstanden. Ich dachte also, es wäre besser, Programm für westliche Menschen zu geben, wie ich es zuvor in Neuseeland getan hatte. Natürlich musste ich da auch an mein abgesagtes Sommerprogramm in Deutschland denken – würde ich für die Zeit, die frei vor mir lag, einen Ort finden, an dem ich arbeiten konnte?


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