Als ich im Frühling und Sommer 2005 in Deutschland und Europa reiste, hatte ich bereits einen vollen Terminplan mit Workshops, Vorträgen und Meditationen in unterschiedlichen Städten. Die ungefähre Planung hatte ich bereits gemacht, als ich noch in Indien war und freute mich damals zu sehen, wie sich das Programm entwickelte. Als klar war, dass ich wirklich recht viel zu tun haben würde, beschloss ich, noch ein kleines Extra für mein Programm zu arrangieren: einen live Musiker.
Ich hatte schon immer Programm mit Musikern gegeben, weil Musik einfach eine tolle Atmosphäre schafft. Musik kann den Menschen helfen, sich zu entspannen, zu meditieren oder einfach nur, sich gut zu fühlen. Musik macht einen bereits schönen Abend noch schöner. In der Vergangenheit hatte ich oft Musiker vor Ort, die mir von ihrem Talent erzählt hatten, gefragt, ob sie nicht in meinem Programm spielen wollten. Nun beschloss ich, einen Musiker aus Indien mitzunehmen, wie ich es bereits zuvor für ein Programm in London gemacht hatte oder damals, als ich in Indien gereist war. Ich sprach mit meinen Organisatoren, bat sie, eine offizielle Einladung zu schreiben und arrangierte so das Visum für ihn.
Dieser Musiker war noch nie außerhalb Indiens gewesen und war ganz offensichtlich froh, dass ich ihn eingeladen hatte, zu kommen und in meinen Programmen Bansuri zu spielen, die indische Bambusflöte. Es mussten Formalitäten erledigt werden und obwohl das kein Hindernis war und er sein Visum ohne Probleme bekam, war ich da dann schon in Deutschland. Ich arbeitete in einer anderen Stadt und bat Freunde aus Mainz, meinen Musiker vom Frankfurter Flughafen abzuholen. Sie waren selbst Musiker und waren natürlich froh, einen indischen Kollegen bei ihnen zu Hause willkommen zu heißen! Sie holten ihn ab und er wohnte ein oder zwei Tage bei ihnen, wo er Zeit hatte, in diesem Land anzukommen – und sie Zeit hatten, Musik miteinander zu teilen.
Die Zeit ging schnell vorbei und schon holten sie ihn ab, hatten Freude an der Zeit mit ihm und setzten ihn schließlich in einen Zug nach Köln, wo ich in der Zeit war. Wenn ihr jedoch jemals meine Freunde aus Mainz treffen solltet und sie nach der Zeit fragt, als mein Musiker bei ihnen wohnte, lachen sie und erinnern sich an ihren völlig unerfahrenen indischen Gast bei ihnen zu Hause.
Sie erzählen, wie mein Flötenspieler sie am ersten Tag nach seiner Ankunft nach einen Eimer fragte. Meine Freundin dachte, er wolle vielleicht etwas darin waschen oder war es gewöhnt, mit einem Eimer zu duschen, also gab sie ihm einfach einen und ja, er stellte ihn in das Badezimmer. Sie dachte nicht weiter farüber nach, aber als sie das nächste Mal zur Toilette musste, ging sie in das Zimmer, schloss die Tür hinter sich zu, zog die Hosen herunter, setzte sich auf den Sitz – und sprang mit einem Überraschungsschrei wieder auf: der Toilettensitz war völlig nass! Er hatte nicht verstanden, wie die Toilettenspülung funktioniert und hatte eimerweise Wasser in die Toilette gestürzt und das ganze Bad gleich mit unter Wasser gesetzt! Diese Geschichte, natürlich in Verbindung mit der lebhaften Darstellung der Geschehnisse durch unsere Freundin, bringt immer wieder den ganzen Tisch zum Lachen!
Naja, sie stellten sicher, dass mein Freund keine weiteren Badezimmer fluten würde, indem sie ihm zeigten, wie man eine Toilettenspülung handhabte. Das hört sich vielleicht nach einer Kleinigkeit an, ist aber definitiv wichtig für die Leute die nach dir die Toilette aufsuchen!
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