Nach meiner Tour durch Deutschland auf meiner Europa-Reise 2004 war Dänemark meine nächste Station. Mit meinem verletzten Bein setzte ich mich in den Zug nach Kopenhagen, wo ich bereits bei meinem vorherigen Besuch Freunde gefunden hatte. Ich wohnte bei einem dieser Freunde und natürlich kamen andere zu Besuch.
Auf meiner vorherigen Reise war ich einem Mann vorgestellt worden, der in Dänemark für deine Heilarbeit am Körper recht bekannt ist. Er macht eine bestimmte Massage und übt auf verschieden Körperstellen Druck aus, um Schmerz zu lindern. Ich hatte natürlich immer noch Schmerzen in meinem Bein und als er mir anbot, dass er sich mein Bein einmal ansehen würde, zögerte ich nicht, es ihm zu zeigen. Ich hatte viel Gutes über seine Arbeit gehört. Er machte seine Massage und es fühlte sich wirklich eine Zeit lang besser an. Doch natürlich würde mich das nicht um die Operation bringen, die getan werden musste.
Ich hatte noch eine sehr interessantw Begegnung mit einer weiteren Person. Vielleicht erinnert ihr euch ja an meinen Freund, den Schreiber.
Er lud mich eines Tages zu sich nach Hause ein und ich kam sehr gerne. Als ich seine Wohnung betrat, konnte ich verstehen, was mir Leute über single Männer erzählt hatten, die alleine lebten – seine Wohnung war ein einziges Durcheinander! Es störte mich nicht wirklich, es war nur eher interessant. Auf sehr ungezwungene Weise erledigte er die Willkommensformalitäten und fragte mich, ob ich etwas essen oder trinken wollte. Ich lehnte ab, da ich es gewohnt war, nur zu meinen normalen Essenszeiten zu essen.
Nachdem wir uns hingesetzt hatten, fing mein Freund ein Gespräch an. Sein Ton war ganz locker, als ob er mir erzählen würde, dass er am Abend ins Kino gehen wollte. Was er jedoch sagte, war etwas viel ernsthafteres: ‚Ich will mich umbringen‘.
Ich fing an zu lachen.
Er lächelte mich an und fragte was ich lustig fand, er meine es ernst. ‚Warum lachst du?‘ fragte er. ‚Ich dachte, du würdest mich nach den Gründen fragen oder würdest versuchen, mich zu überzeugen, dass ich keinen Selbstmord begehen sollte. Stattdessen lachst du!‘
‘Ich weiß, dass du dich nicht wirklich umbringen willst. Jemand, der sein Leben beenden will, redet nicht so. Warum würde man das denn ankündigen, warum würde so jemand seine Idee erst einmal mit seinem Umfeld besprechen, wenn er es wirklich vorhat? Wenn jemand das wirklich tun will, tut er es einfach. Diejenigen, die sagen, dass sie Selbstmord begehen wollen, wollen nur Mitleid und von dir die Gründe hören, warum du meinst, sie sollten das nicht tun.‘
Ich lachte noch immer und schließlich schloss er sich mir an. Wir lachten etwas gemeinsam und als wir uns beruhigt hatten, sagte er mir, dass er diese Reaktion von mir absolut nicht erwartet hatte.
Es folgte ein langes Gespräch, das mit dem Thema Leben und Tod anfing. Das Gespräch führte weiter zu vielen verschiedenen Themen, manche ernst, andere nicht so sehr. Nach so langer Zeit erinnere ich mich nicht mehr genau daran, über was wir sprachen. Nur dieses erste Thema, unser Gespräch über die Selbstmordpläne meines Freundes, blieb mir in Erinnerung. Hin und wieder erzähle ich davon und vielleicht macht er das auch noch.
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