Als ich einen Guru unter seinem Bild im Haus seiner Anhänger sitzend kritisierte – 9 Nov 14

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Auf meiner Reise durch Europa im Jahr 2006 kam ich auch nach Belgien, wohin ich eingeladen worden war, um Programm zu geben. Obwohl das Programm weitgehend wie üblich ablief, mit einigen Workshops, Einzelberatungen und Vorträgen, werde ich mich an die Zeit wohl immer erinnern, hauptsächlich wegen einem bestimmten Vorfall.

Als Yashendu, unser Musiker und ich zu unseren Organisatoren nach Hause kamen, wurden wir herzlich willkommen geheißen. Wir hatten gute Gespräche und lernten sie besser kennen. Als wir in ihr Wohnzimmer kamen, sahen wir ein großes Bild an der Wand hängen, von einem Mann und einer Frau. Ich wusste nicht, wer sie waren, warum ihr Bild an der Wand hing und was sie im echten Leben machten. Sie sahen wie ein indischer Guru und vielleicht seine Frau oder auch ein anderer, weiblicher Guru aus, aber ich fragte unsere Organisatoren nicht. Wenn sie gerne einen Guru haben wollten, war es ihre Sache und nur, weil ich diese Idee hinter mir gelassen habe, würde ich nicht versuchen, sie von irgendetwas zu überzeugen.

Als es Zeit für meinen Vortrag war, fing ich an zu sprechen. Ich erinnere mich nicht mehr daran, welches Thema der Vortrag hatte, aber ich weiß, dass ich irgendwie auf das Thema Erleuchtung zu sprechen kam. In Schweden, wo ich im Sommer gewesen war, hatte mir jemand von einer ‚Deeksha Bewegung‘ erzählt, in der ein Guru Kurse zur Erleuchtung verkaufte. Ich machte einen Witz über die Idee, dass es eine Geld-zurück-Garantie geben könnte, die dann niemand in Anspruch nehmen würde – wer würde auch, nachdem er viel dafür bezahlt hatte, zugeben, dass er nicht erleuchtet war?

Ich lachte über diese Idee und über solche Kurse und erklärte, wie das Wort ‚Deeksha‘ eine ganz andere Bedeutung annahm, um Einkommen für Gurus zu schaffen. Die Gurus, die diese Bewegung leiteten.

Wir hatten ja keine Ahnung, dass hinter mir an der Wand die Portraits genau der Gurus hingen, die die Bewegung gestartet hatten! Er nennt sich Kalki Bhagavan und seine Frau Amma Bhagavan, doch damals kannte ich weder ihre Namen, noch hatte ich ihre Gesichter jemals gesehen!

Es war purer Zufall und ich frage mich heute noch, ob entweder ein großer Teil meiner Zuhörerschaft das auch nicht wusste oder ob sie geduldig genug waren, mir trotzdem zuzuhören. Auf jeden Fall kam nach dem Vortrag eine Frau zu mir und sagte mir ‚Diese Deeksha Bewegung, von der du gesprochen hast, wird von diesen beiden geleitet!‘ und sie zeigte mit dem Finger auf das Bild.

Es war ein so lustiger Zufall, aber es brachte keine seltsamen Gefühle zwischen mich und meine Organisatoren. Es war ein Beispiel für die Tatsache, dass Menschen völlig unterschiedliche Meinungen haben, aber trotzdem ohne Problem miteinander auskommen können, ohne zu streiten und voller Respekt füreinander.

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