Wie ich bereits sagte, traf ich auf meiner Reise 2004 viele neue Leute, viele neue Kontakte und lernte viele neue Dinge über ihre Kultur, ihr Denken und was sie über Religion und Spiritualität denken.
Mehrere Leute, mit denen ich in Kontakt kam, erzählten mir, dass an Schamanismus interessiert waren. Als ich das zum ersten Mal hörte, kannte ich das Wort nicht und konnte den Sinn nicht verstehen. Natürlich schob ich das auf meinen unzureichenden englischen Wortschatz und bat um eine Erklärung. Ich erfuhr, dass Schamanismus die alten spirituellen Heilpraktiken der Ureinwohner Amerikas waren.
In den Wochen, die ich Reisen war, hörte ich das Wort ‚schamanisch‘ recht oft und mehr und mehr Leute zeigten mir, was es wirklich bedeutete, wenn sie ‚schamanische Arbeit‘ sagten. Sie erzählten mir von Ritualen, die sie mit Federn und Räucherwerk durchführten, von Schwitzhütten, in denen Menschen Stunden in der Hitze verbrachten und in einer Art Meditation auf Visionen warteten, und von Opfern an Naturgöttern.
Auf mehreren Wegen hörte ich viele Dinge, die ich verstand und als etwas erkannte, das meiner religiösen Praxis ähnlich war. Bis ich gefallen war und mein Bein verletzt hatte, hatte ich tägliche Rituale durchgeführt und als mir jemand sagte, dass sie regelmäßig Feuerzeremonien durchführten, fand ich daran gar nichts seltsam. Das war, was spirituelle Menschen meiner Meinung nach machten.
Einige Zeit später hörte ich jedoch, wie Leute von Geistern sprachen, die bei Ritualen auftauchen, von Zeremonien, in denen man unterschiedliche Teile von Seelen wieder zusammen fügt, die man im Laufe der Zeit verloren hatte, von Menschen die in diesen Zeremonien ihren Verstand verloren und ganz viel über Wesen und Geister, die um uns herum sind.
Um ehrlich zu sein, manchmal dachte ich, dass die Leute, die mir solche Dinge erzählten, selbst verrückt waren. Ich wusste jedoch, dass es in Indien Menschen gab, die auch an solche Dinge glaubten und sehr verwirrt waren. In Indien nennt man so etwas ‚Tantra‘, wenn man Rituale macht, um Geister anzurufen, oder wenn man über Geister spricht, die in Menschen fahren und sie wieder verlassen.
Ich weiß immer noch nicht, ob die Ureinwohner Amerikas ursprünglich wirklich all diese Rituale gemacht haben und all diese Geistergeschichten ein Teil ihres Glaubens waren oder ob das eher ein Zusatz moderner Spiritualität war. Was auch immer es, war, seit ich diese Geistergeschichten gehört hatte. Hielt ich von diesen Menschen und ihren Praktiken höflichen Abstand.
Mit der Zeit erfuhr ich auch, dass viele derjenigen, die sich selbst als schamanische Arbeiter bezeichneten, auch begeisterte Fleischesser waren. Natürlich konnte ich dieser Philosophie überhaupt nicht zustimmen. Sie sagten, sie würden Flesich essen und dem Tier oder dem Geist vor dem Essen danken. Ganz ehrlich, das mag ja moralisch in Ordnung gewesen sein, als Menschen noch kein Getreide anbauten oder an Orten, wo es keinen anderen Weg gab, sich zu Essen zu beschaffen, als zu jagen. Doch ich glaube in der heutigen Zeit wäre der Geist dieses Tieres nicht wirklich glücklich – schließlich hättest du tausend andere Dinge zu essen und es würde dir nichts fehlen, wenn du das Tier nicht töten würdest. Du weißt bereits, dass es falsch ist, dass du es getötet hast – dafür zu danken macht das nicht besser!
Naja, wie ich schon sagte, hörte ich viele neue Dinge und traf viele Leute mit Vorstellungen, die mir völlig neu waren, aber ich schaffte es einfach nie, mich mit dem Schamanismus anzufreunden.
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