Da ich euch bereits von interessanten Einzelsitzungen erzähle, die ich mit Leuten hatte, die für Hilfe und Ratschläge zu mir gekommen waren, glaube ich, ich kann von einem weiteren solchen Vorfall aus dem Jahr 2006 erzählen. Es war wieder in Australien, wo ich das Jahr begonnen hatte, und es war dieses Mal eine schwangere Frau, die zu mir kam. Ihr Problem? Sie wusste nicht, wer der Vater ihres Kindes war.
Sie kam nicht wirklich mit der Frage zu mir, wer der Vater war. Ich habe mich nie als Hellseher beworben und sie wusste, dass ich ihr diese Frage nicht würde beantworten können. Nein, sie kam, um sich geistig zu sortieren und zu einer Entscheidung zu kommen: sollte sie dieses Kind austragen oder nicht? Natürlich wollte ich ihr jedoch auch auf diese Frage keine eindeutige Antwort geben.
Diese Frau hatte vier verschiedene Kandidaten, die alle der Vater des Kindes sein könnten. Sie erzählte mir hiervon ohne jegliche Reue, auf so sachliche Weise, dass ich mich zunächst fragte, wo denn nun das Problem lag. Sie kam jedoch bald zum Punkt: sie hatte emotional nur zu einem dieser Männer eine Verbindung. Sie hatte mit allen von ihnen geschlafen und das in einer Zeit ihres Lebens, als es ihr einfach egal war. Nun jedoch war sie etwas sicherer – nicht ganz, aber etwas mehr – dass sie ihr Leben mit diesem einen Mann verbringen wollte. Doch was, wenn das Baby von einem der anderen Männer war?
Sie befand sich in einem Dilemma: sie wusste, dass sie nie ein Baby der anderen Männer behalten würde. Sie würden nicht für sie da sein, vielleicht noch nicht einmal für das Baby zahlen und so wäre sie bei der Kindererziehung auf sich allein gestellt. Aber sie war sich ja nicht sicher, dass es von ihnen war. sie war sich nur sicher, dass dieser eine Mann, mit dem sie sich nun in einer Beziehung befand, ein wundervoller Vater sein würde. Doch was, wenn es nicht seins war?
Sie hatte so viele Zweifel! Sollte sie es ihm sagen? Wenn sie ihm sagte, dass sie damals mit drei weiteren Männern geschlafen hatte, würde er vielleicht nicht mehr mit ihr zusammen sein wollen? Aber sie wollte das Kind auch nicht einfach abtreiben, ohne ihn zu fragen – denn schließlich bestand die Möglichkeit, dass es seins war! Und sie war bereits fünfunddreißig Jahre alt. Sollten sie jemals beschließen, zusammen ein Kind zu haben und es dann nicht klappen, würde sie auf ewig Schuldgefühle haben, dass sie dieses Kind abgetrieben hatte!
Nachdem ich gerade eine ähnliche Situation in einer Sitzung gehabt hatte, als eine Mutter ihrer 18-jährigen Tochter von ihrem biologischen Vater erzählt hatte, konnte ich ihr meine ehrliche Meinung sagen: sei immer ehrlich. Ich werde nie vorschlagen, entweder abzutreiben oder nicht, weil man selbst spüren muss, ob es für einen richtig ist, einen Fötus abzutreiben oder richtig ist, ein Kind eventuell allein großzuziehen, vielleicht mit finanziellen Schwierigkeiten.
Für eines jedoch kann ich ganz klar sagen: behalte das Kind nicht, während du bei diesem Mann bist und vorgibst, dass es seins ist, obwohl du dir da nicht sicher bist! Sprich mit ihm darüber und mach die Dinge klar. Wenn du jemanden liebst, musst du über jeden Punkt in deinem Leben ehrlich sprechen, so dass ihr die Vergangenheit des anderen kennt und beschließen könnt, den anderen zu lieben, mit jedem Teil, der zu ihm gehört!
Ich habe von dieser Frau dann nichts mehr gehört und weiß nicht, was mit ihr geschehen ist. Sie dachte jedoch über das nach, was ich ihr gesagt hatte und ich hoffe, sie hat eine Entscheidung getroffen, die sie glücklich gemacht hat!
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