Sadhus – Leben ohne Anhaftung – 18 Feb 08

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Wir haben uns heute auf unsere Reise vorbereitet. Wir fliegen nach Indien zurück! Wir freuen uns alle schon sehr darauf! Jetzt ist alles gepackt und die Koffer und Taschen sind bereit.

Gestern habe ich das Beispiel der Sadhus verwendet, um zu zeigen, was Losgelöstheit ist. Ich würde gerne das Leben eines Sadhus noch näher beschreiben, einerseits, um einen Eindruck der indischen Kultur zu geben und andererseits, um zu zeigen, mit wie wenig man leben kann. Es gibt immer noch Millionen von Menschen, die diese Art zu leben gewählt haben. Wie ich gestern sagte, haben diese keinerlei Bindung. Weder mit Menschen, noch mit Orten oder Dingen. Wenn du einen Sadhu fragst, wo sein Geburtsort ist oder wer seine Eltern sind, wird er sich beleidigt fühlen oder verärgert sein. Jeder weiβ, dass er nicht darüber reden möchte, weil er sich selbst von all diesen Dingen losgesagt hat.

Es gibt eine Redewendung: Er lebt unter dem Baum und isst aus der Hand. Besonders in Vrindavan ist es eine heilige Tradition und etwas sehr schönes, einem Sadhu zu Essen zu geben, wenn er an deiner Tür klopft. In meiner Kindheit kam ein Sadhu öfter zu uns. Er wird kommen und klopfen, aber nicht eintreten. Der Hausbewohner wird so geehrt sein, als wäre Gott persönlich gekommen. Sie werden ihm glücklich so viel geben, wie er in seinen Händen halten kann, da er keinen Teller nehmen wird. Meine Mutter gab immer Roti, das indische Brot, darauf Reis, darauf Gemüse und obendrauf noch Daal, Linsensuppe. Sie gab ihm so viel, wie er halten konnte und er hat es aus seinen Händen gegessen. Und bitte seid euch darüber im Klaren, dass das nicht als Betteln angesehen wird. Jeder wird glücklich sein, ihm zu Essen zu geben. Er lebt ein Leben, in dem er nicht einmal dem Essen anhaftet. Er hat beschlossen, sich nur seinem Gott hinzugeben und spirituelle Praxis zu üben. Er hat kein Gepäck; er lebt einfach so und wäscht sich im Fluss.
Sadhus versuchen, das was sie benötigen auf ein Minimum zu reduzieren und wandern von Stadt zu Stadt, um nicht irgendwo sich an einen Ort zu binden. Und jeder kann diesen Weg wählen. Ich kenne sogar jemanden, der ein sehr erfolgreicher Anwalt war, ein sehr reicher Mann, der alles hatte, was man mit Geld kaufen kann, und der dann zum Sadhu geworden ist. Er war wirklich glücklich mit der Entscheidung, sein Haus zu verlassen und sich voll der Spiritualität hinzugeben.

Ich selbst lebte auch vier Wochen lang in dieser Weise und ich tue es auch immer noch, in der Weise das ich alles, was ich tue meinem Gott, der Liebe widme. Wir hatten gerade eine Pooja-Zeremonie, mit der wir unsere Europa-Reise an diesem letzten Tag beendet haben.

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