Als ich gestern über Monika schrieb, musste ich wieder an ihre ganze Familiensituation denken und die Geschichte ihrer Mutter, deren zwei Töchter zur Adoption freigegeben worden waren. Weil es Mädchen waren, nicht Jungen. Ramona hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit ihrer Frauenärztin – und was sie erzählte, bestätigte wieder einmal, dass das auch in höheren gesellschaftlichen Kreisen die schreckliche Antwort ist!
Das Krankenhaus, in dem Ramonas Gynäkologin arbeitet, in dem Apra geboren wurde und in dem auch Monika behandelt wird, ist, wie ich euch bereits erzählt habe, ein gutes Krankenhaus. Das bedeutet, dass die Ärzte wissen, was sie tun, die Mitarbeiter sehr freundlich und kompetent sind und man natürlich dafür auch zahlt. Wenn die Ärztin uns von den Frauen erzählt, die dort Kinder zur Welt gebracht haben, so spricht sie von Frauen der oberen Mittelschicht oder der Oberschicht. Sie sind gebildet, hatten oder haben oft gute Arbeitsstellen und haben Zugang zu internationalen Medien, einem modernen Lebensstil und der Wahrheit über veraltete Werte.
Leider berichtete die Ärztin, dass sie ständig von Aberglauben und schrecklichen Wertvorstellungen und Einstellungen. Sie bekommt nicht nur regelmäßig die Bitte, einen Kaiserschnitt am richtigen Datum und zum richtigen Zeitpunkt zu machen – dem ‚Muhurt‘, der sich aus der Sternen- und Planetenkonstellation errechnet – und dem Kind somit das bestmögliche Geburtshoroskop zu verschaffen.
Nein, ein weiterer Aspekt ihrer Arbeit ist es, die Frauen zu trösten, die gerade ein Mädchen zur Welt gebracht haben. Es gibt Frauen mit hohen Universitätsabschlüssen, die stundenlange Wehen aushalten und dann in Tränen ausbrechen, wenn das Baby schließlich geboren ist. Nicht aus Erleichterung oder Erschöpfung, sondern aus Erleichterung. Die Worte ‚Es ist ein Mädchen!‘ bringen weder Freude noch Wärme ins Herz!
Ihr seht also, es ist egal, ob die Frau gebildet ist oder nicht, ob sie bereits einen Jungen hat oder nicht, sie kann meinen, ein Sohn sei mehr wert als ein Mädchen. Mit diesem Gedanken ist sie aufgewachsen, solche Dinge hört sie ihre Familie sagen und so sehen die Erwartungen derer aus, die möchten, dass sie einen Jungen zur Welt bringt.
Wenn wir Kindern Fragen zu ihrer Familie stellen, zum Beispiel ob ihr Onkel und ihre Tante auch Kinder haben, hören wir Dinge wie ‘Sie haben nur drei Mädchen, keine Jungen’. Wenn Mädchen reden, sprechen sie manchmal über die schlimme Situation ihrer Familie, weil ‚wir so viele Schwestern sind‘. Als Ramona schwanger war, wünschten ihr mindestens zehn Leute, dass es ein Junge wird!
Indien wächst und entwickelt sich – aber das Land muss noch viel Fortschritt machen, um solch schreckliche Vorstellungen, Einstellungen und Werte loszuwerden!
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