Gestern habe ich über Ereignisse gesprochen, aufgrund deren Menschen ihren Glauben verlieren. Das sind größere, tragische Vorfälle im Leben, die sie von Gott enttäuschen und sie erkennen lassen, dass Gott nicht das getan hat, was sie von ihm erwartet hatten. Sie sagen ‚Ich habe meinen Glauben an Gott verloren‘. Oder ‚Ich habe mein Vertrauen in Gott verloren‘. Das bringt mich zu der Frage: Ist Gott wirklich derjenige, in den man seinen Glauben setzen sollte? Ist Gott überhaupt vertrauenswürdig?
Das erscheint jedem, der in einer Religion oder mit einer Religion aufgewachsen ist vielleicht als seltsame Frage. Doch wenn man ernsthaft darüber nachdenkt, muss man zugeben, dass dieses Vertrauen in Gott, wenn nicht naiv, dann doch zumindest überbewertet ist. Es scheint als würden die Menschen Gott sofort so sehr vertrauen, wie sie nie zuvor einem Menschen vertraut haben.
Wenn wir aufwachsen, wird uns beigebracht, dass wir vorsichtig sein sollen, wem wir vertrauen. Es ist schwierig, Menschen zu vertrauen, die man nicht kennt, weil sie einen ausnutzen, ausbeuten und einfach nicht gut für einen sind. Man sollte keinem vertrauen, den man nur ein paar Mal getroffen hat. Man vertraut seinen Freunden, die man seit Jahren kennt, niemandem sonst.
Wie also könnte es richtig sein, jemandem zu vertrauen und seinen Glauben in jemanden zu setzen, den man noch nie getroffen hat? Gott hat noch nicht einmal ein Telefon und du hast keine Nummer, die du anrufen könntest, um ihn besser kennen zu lernen! Manchmal zweifelst du sogar daran, dass er überhaupt existiert! Ist es also wirklich eine gute Idee, so einer Person zu vertrauen?
Wenn etwas geschieht, was die Leute nicht wollten, dass es in ihrem Leben passiert, sind sie sehr enttäuscht. Sie verlieren ihren Glauben, die rufen nach Gott, warum er ihr Vertrauen missbraucht hat. Doch ist das wirklich fair? Worauf begründest du denn deine Erwartung? Er hat dir niemals gesagt, dass er für dich da sein würde! Du hast ihn ja noch nicht einmal getroffen! Wie kannst du erwarten, dass er etwas für dich tut?
Nach deiner Enttäuschung hast du nirgendwo, wo du hingehen und dich beschweren kannst, dass jemand sein Wort nicht gehalten hat! Wenn du mit einer echten Person sprichst und er oder sie dich enttäuscht, könnt ihr euch treffen oder du kannst denjenigen anrufen und sagen ‚Hey, was soll das? Du hattest es mir versprochen!‘ Wenn du einen Vertrag, etwas schriftliches hast, kannst du sogar zum Anwalt gehen und jemanden vor Gericht bringen.
Doch was kann man mit jemandem tun, den man noch nie gesehen hat, der keine richtige Form hat und der bestimmt noch nie ein Papier unterschrieben hat?
Verstehe mich nicht falsch, ich bin definitive eine positive Person, die gerne an andere glaubt. Wenn jemand vor mir steht und mich bittet, ihm zu vertrauen, bin ich der erste, der sagt ‚Ja, ich vertraue dir!‘ Doch dafür würde ich mit demjenigen gerne zumindest einmal sprechen. Wenn Gott eines Tages zu mir kommt und mich bittet, ihm zu vertrauen, werde ich das tun.
Bis dahin denke ich, dass man sein Vertrauen wirklich nicht in Gott setzen sollte.
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