Ist Gott bestechlich? – 7 Feb 11

Gott

Nachdem ich über das Problem mit dem Karmapa Lama geschrieben, habe, hatte ich noch einige Gedanken dazu, warum Menschen religiösen Einrichtungen wie Tempeln und Kirchen oder auch Gurus und Meistern spenden. Manchmal frage ich mich, ob sie meinen, Gott bestechen zu können.

Das ideale Szenario ware wie folgt: ein Gläubiger geht in ein religiöses Gebäude, sei das nun eine Kirche, ein Tempel oder ein ähnlicher Ort. Er oder sie hat ein Problem und geht dorthin, um zu Beten oder Zeremonien durchzuführen. Diese Person findet inneren Frieden, kann den Verstand beruhigen und vielleicht so eine Lösung für das Problem finden. Das macht ihn dankbar dafür, dass es einen solchen Ort gibt und er hofft, dass dieser Ort bestehen bleibt, so dass er zum Beten immer dorthin gehen kann. Er unterstützt den Ort also mit seiner Spende.

Doch in Wirklichkeit geschieht in den Köpfen der Menschen etwas ganz anderes! Die Menschen spenden nicht aus Dankbarkeit und dem Wunsch zu helfen, sondern eher in dem Glauben, dass sie Segen kaufen können. Sie denken, sie können ihr Glück oder ein günstiges Schicksal kaufen, so wie Reis auf dem Markt.

Sie wollen etwas haben, sie haben einen Wunsch und sie wollen ihn erfüllt sehen. Für diesen Wunsch gehen sie, bieten etwas Geld an und sagen ‚Gott, das ist für dich, so viel kann ich dir geben, damit du meinen Wunsch erfüllst‘. Selbst, wenn sie es nicht so deutlich formulieren, denken sie, dass man für große Wünsche eine große Spende machen sollte und für kleinere Wünsche ein paar Münzen ausreichen.

Die Leute versuchen also, sich die Erfüllung ihrer Wünsche von Gott zu erkaufen. Gott jedoch will und braucht kein Geld. In den Köpfen der Leute herrscht der Gedanke, dass sie für Gott geben, oder dass Gott sie mehr liebt, wenn sie mehr geben, aber darum schert sich Gott eigentlich gar nicht. Denn was sollten sonst arme Menschen tun, wenn sie einen großen Wunsch haben?

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