Illegaler Landbesitz im Namen von Gott und Religion – 21 Feb 11

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In der letzten Woche habe ich erzählt, dass es in Indien mehr Tempel und religiöse Orte gibt als Schulen. Ich habe auch schon oft geschrieben, dass Indien ein religiöser Ort ist und das zeigt sich natürlich auch in vielen Dingen.

In ganz Indien, auch hier in Vrindavan, errichten Menschen gerne Tempel und kleine ‚Orte Gottes‘ überall dort, wo Menschen zusammen kommen. Natürlich schließt das öffentliche Plätze und Straßenkreuzungen mit ein. Wo auch immer eine größere Kreuzung oder ein Platz mit einem Baum ist, bringt jemand eine Statue herbei, stellt sie unter den Baum legt Blumen vor die Statue und beginnt ein Ritual – schon ist wieder ein Tempel eröffnet. Im Laufe der Zeit errichten sie ein kleines Haus um die Statue, stellen einen Altar davor, bauen ein kleines Zimmer daneben und machen den Ort immer größer. Niemand hat irgendjemanden um Erlaubnis gebeten, diesen Ort zu errichten, da gab es keine keine Baugenehmigung und keinen vorherigen Plan.Auf diese Weise wurden viele solcher Tempel geschaffen und da Indien ein religiöses Land ist, meint sogar die Regierung, dass sie solche kleinen Tempel nicht einfach wieder zerstören können, weil sie ohne Genehmigung gebaut wurden. Sie sind schließlich Orte Gottes.

Die Regierung ist aufgrund dieser Art, Tempel zu bauen, wirklich etwas in Schwierigkeiten geraten. Sie wollen die Straße verbreitern und ihre Plätze vergrößern, aber dort, wo einst Platz für eine Straße war, ist jetzt ein Tempel! Selbst die Regierung wagt sich nicht an die Entfernung der Gotteshäuser. Die Leute haben jedoch angefangen, das auszunutzen, ganze Häuser zu bauen und indem sie sie als Tempel ausgeben, illegal Land in Besitz genommen, das eigentlich der Regierung gehört. Die Regierung hat Befehl gegeben, einige dieser Häuser zu beseitigen, aber da es eben doch auch Tempel und Orte der Verehrung sind, ist die Meinung der Bevölkerung da sehr stark: man kann ein Gotteshaus nicht einfach abreißen! Jedes mal, wenn sie es also doch tun, fühlen sich die Menschen beleidigt und angegriffen. Doch braucht Gott wirklich einen Ort, in dem er leben kann, der in Quadratmetern gemessen wird? Nein, Gott will kein Haus und keinen Tempel besitzen. Es ist die Habgier der Menschen, die Land besitzen wollen – und wenn sie das im Namen Gottes können, dann tun sie es auch.

Das Ergebnis ist eine Regel, die vom Obersten Gerichtshof aufgestellt wurde: an örtlichen Plätzen ist es nicht mehr erlaubt, einen religiösen Ort zu errichten. Ich hoffe, sie werden diese Regel auch durchsetzen und den Menschen nicht mehr erlauben, Land im Namen von Religion illegal in Besitz zu nehmen.

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